Entdecken Sie Montana: Dutton-Ranch und Butte

27. Mai 2026

Wunderschönes Montana und die Dutton-Ranch

Unser Tag beginnt in Butte, einer Stadt mit einer beeindruckenden Vergangenheit. Butte zählte zu den reichsten Städten der USA. Der Kupferbergbau macht den Ort weltberühmt, zeitweise wurde hier so viel Kupfer gefördert, dass Butte den Beinamen "Richest Hill on Earth" erhält. Ohne das Kupfer aus Butte wären viele amerikanische Städte wohl nie elektrifiziert worden. Heute allerdings ist davon nicht mehr allzu viel übrig geblieben.

Wir schlendern durch die historische Innenstadt mit ihren alten Backsteingebäuden, Theatern und Hotels. Vieles erinnert noch an den einstigen Glanz vergangener Tage. Gleichzeitig merkt man aber auch, dass die besten Zeiten längst vorbei sind. Viele Gebäude stehen leer, manche Fassaden bröckeln und die Stadt wirkt stellenweise etwas ärmlich. Gerade dieser Kontrast macht Butte aber irgendwie authentisch. 

 

Das Wetter passt heute irgendwie zur Stimmung. Dichte Wolken hängen über den Bergen und leichter Nebel begleitet uns auf unserer kleinen Rundfahrt durch Butte. Wir verlassen das Städtchen in Richtung des Ortes Anaconda. Ja, richtig gelesen. Wir brauchen ein Foto vom Ortsschild. Das Ganze hat  mit einem absoluten Insider mit meinem Lieblingscousin zu tun. Mehr verrate ich hier aber nicht...

 

Oh, wie schön ist Panama!? Nope...Oh, wie schön ist Montana!

Denn kaum lassen wir Anaconda  hinter uns und fahren in die Berge, beginnt wieder genau das, weshalb wir diesen Bundesstaat so lieben. Ok, und die Tatsache, daß Montana in etwa so groß ist wie Deutschland, aber nur knapp 1 Million Einwohner hat.

 

Mit jeder Meile lichtet sich der Nebel ein wenig mehr. Plötzlich kämpft sich die Sonne durch die Wolken und vor uns öffnet sich eine Landschaft, die fast schon unwirklich wirkt. Grüne Wiesen, endlose Weideflächen, kleine Bäche, schneebedeckte Berge am Horizont und Straßen, auf denen man gefühlt stundenlang keinem anderen Auto begegnet. Genau deshalb lieben wir Roadtrips.

Nach einer gefühlten Ewigkeit taucht irgendwann mitten im Nirgendwo ein kleines Schild auf. Wisdom.

Zeit für einen Kaffee? Weit gefehlt.

Stattdessen kehren wir im "Hatty's" ein. Ein kleiner Saloon, den es bereits seit 1932 gibt. Kaum betreten wir den Gastraum, werden wir freundlich begrüßt. Der Kaffeepott steht praktisch schon bereit und sofort fühlen wir uns willkommen. Das Hotelfrühstück war heute Morgen... naja... sagen wir mal überschaubar. Also bestellen wir kurzerhand ein richtiges Frühstück. Und genau das sind diese Momente, die man nicht planen kann.

Mitten unter Einheimischen sitzen wir in einem winzigen Ort, den vermutlich kaum jemand auf seiner Reiseroute hat. Das Essen ist fantastisch, die Atmosphäre herzlich und als wir am Ende selbstverständlich Trinkgeld geben, schaut uns die Dame hinter der Theke fast überrascht an. Solche Begegnungen bleiben.

 

Weiter geht es quer durch Montana. Keine Interstate. Die kommt früh noch genug. Und hier unten ganz im Süden von Montana, gibt es auch keine. Stattdessen fahren wir über kleine Highways, kommen noch einmal kurz nach Idaho und stehen mit Flipflops im Schnee.  Vorbei an riesigen Ranches, endlosen Weiden, Pferden, Rindern und Bergen, die hinter jeder Kurve noch beeindruckender wirken. Und dann ist es endlich so weit.

Die Yellowstone-Dutton-Ranch. Ja... wir sind tatsächlich da. Natürlich kommt man nicht einfach auf das Gelände. Die Einfahrt ist großzügig abgesperrt. Na gut... theoretisch kommt man schon drauf. Man muss lediglich eine der Hütten auf der Ranch mieten. Kleiner Haken: mindestens drei Nächte. Und der Preis? Sagen wir einfach so...

Alter Falter. Das würde uns mehr kosten als ein großer Teil unserer gesamten USA-Reise.

 

Also bleiben wir ganz entspannt vor dem Eingang, machen unsere Erinnerungsfotos und freuen uns einfach darüber, diesen Ort einmal mit eigenen Augen gesehen zu haben. Natürlich darf auch ein kleiner Einkauf im Souvenirshop nicht fehlen. Der ist im nahegelgenen Darby. Wir kommen lange mit der Betreiberin ins Gespräch, tauschen uns über die Serie und die vielen Besucher aus und dürfen anschließend noch ein Erinnerungsfoto mit Rip machen. Gut... Nicht mit dem echten Rip. Nur mit seinem Pappaufsteller. Aber ganz ehrlich? Wir haben trotzdem unseren Spaß.

Bei der ganzen Shopperei kommen uns langsam Bedenken, daß unsere 3 gebuchten Koffer für den Rückweg reichen. Damit wir am Flughafen nicht den doppelten Preis zahlen, buxhen wir kurzerhand einen 4. Koffer dazu. Sicher ist sicher. Dann führt uns unser Weg nach Missoula. Walmart. Wir kaufen dann hier direkt die 2 Koffer, die wir für unsere ganzen Erinnerungen brauchen. Wir haben nur noch 2 Nächte on the road, bevor wir Seattle wieder erreichen. Da ist das mit dem Platz in Georges bauch kein großes Problem. Und apropos 2 Nächte: wir haben für heute noch gar kein Quartier! Wir wussten nicht, wie weit wir heute kommen. Also buchen wir kurzerhand ein Motel, tatsächlich bereits in Idaho. 

 

Wir legen noch einen kurzen Stopp am Courthouse in Missoula ein. Auch hier wurden Szenen aus dem Yellowstone-Universum gedreht. Und ihr kennt uns inzwischen... Wenn irgendwo Dutton draufsteht, sind wir nicht weit.

 

Es geht nun wieder auf die Interstate 94, unterwegs sehen wir immer wieder Werbetafeln für den "Worlds Famous Huckleberry Milkshake". Na, dass wir in Saint regis die gro0ße restarea ansteuern, versteht sich von selbst, oder? Der laden erinnert uns ein wenig an einen Bass Pro Shop, und ja, wir lassen uns den Milkshake amit wilden Blaubeeren schmecken. Ein Träumchen in hellviolett, wirklich! Und das ist unser letzter Snack in Montana.

 

Am späten Nachmittag überqueren wir schließlich die Grenze nach Idaho. Und somit haben wir wieder eine Stunde zurück. Wir sind wieder in der Pacific Time Zone angekommen. Unser Ziel heißt Wallace. Es liegt in einem traumhaft schönen Tal in den Bergen. Was für ein wunderschönes kleines Städtchen im Idaho Panhandle.

Historische Häuser, eine entspannte Atmosphäre und genau dieser Charme, den man in vielen kleinen Orten im Nordwesten der USA findet. Auch unser Motel begeistert uns sofort. Gemütlich, liebevoll geführt und einfach ein Ort zum Wohlfühlen. Für uns eine absolute Empfehlung.

Denn manchmal sind es gar nicht die großen Sehenswürdigkeiten, die einen Reisetag besonders machen.

Sondern spontane Planänderungen. Ein Frühstück mitten im Nirgendwo. Eine Ranch, die man nur aus dem Fernsehen kennt. Und das Gefühl, wieder einmal genau dort unterwegs zu sein, wo das Herz einfach ein bisschen schneller schlägt.

 

Unser Motel macht es den Gästen wirklich gemütlich. Wir verspeisen unsere Walmart-Salate in gemütlichen Stühlen im kleinen Garten, bevor uns andere Gäste einladen, mit ihnen an der Feuerschale Platz zu nehmen. Der Abend mit Michael und Marisa aus Utah ist wunderschön und wir denken immer wieder an die beiden zurück.

 

Ein Ort absolut nur zum Wohlfühlen. Wir können es jedem empfehlen, hier zu übernachten! Stardust Motel Wallace (410 Pine Street, ID 83873), Preis für eine Nacht ohne Frühstück 100€, die sich aber lohnen.

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