Route 66 – Rückreise & Rückblick (Reisebericht)

Route 66 - die Reise unseres Lebens

Das Rückreise-Chaos

Heute geht es heim. Leider. Wir verlassen das Wilshire Motel in Santa Monica mit einer Empfehlung. Kein Luxus, aber absolut sauber und ein guter Preis. Wir hatten ein kleines Häuschen mit 2 Badezimmern, da wir nur eines von beiden Schlafzimmern genutzt haben, hatten wir Platz genug für uns und unser mittlerweile stattlich angewachsenes Gepäck. Die Lage am Wilshire Blvd ist ideal, um LA zu erkunden. Eine Bushaltestelle ist nicht weit entfernt und ein riesengrosser Supermarkt um die Ecke versorgt einen mit allem, was man braucht. Es ist keine schlechte Umgebung und eine ständig anwesende Security sorgt dafür, dass man nicht belästigt wird. Ja, die gefallenen Engel von LA machen vor keinem Viertel mehr halt. Sehr nette Gastgeber und Security versorgten uns mit vielen Tipps, die wir auch umgesetzt haben.

Ein letztes Mal fahren wir durch den dichten Verkehr von Los Angeles, Richtung Flughafen. Wochenendverkehr ist hier nochmal eine Schüppe auf den normalen Verkehr. Allein die Anfahrt auf einen Parkplatz war schon abenteuerlich. Denn wir müssen noch etwas erledigen: einmal bei In&Out Burger essen. Haben wir bisher nicht geschafft, denn diese In&Out-Läden sind komplett belagert und eine halbe Stunde Wartezeit ist nicht unüblich – also bis man überhaupt bestellen kann. Muss ja was Besonderes sein.

Die Auswahl ist nicht gross, geschmeckt hat es…aber hm…also kann man mal machen, muss es aber nicht. Wir haben schon bessere in anderen Fastfood-Ketten gegessen. Ist nichts weltbewegendes und teuer ist es auch.

Wir nähern uns dem Flughafen, Wagenrückgabe wie immer problemlos und dann…sind wir mitten im Chaos! Der Flughafen ist eine Großbaustelle, das kann ja was werden, denken wir.

LA International ist der fünftgrösste Flugahfen der USA und der sechsgrösste weltweit. Unsere Flüge wurden gestern kurzfristig gecancelt. Wir haben über 1 ½ Stunden in einem Starbucks gesessen, um die Lufthansa telefonisch zu erreichen…wir sollten uns ja umgehend im Kundencenter in Frankfurt melden. Die Schlaumeier. Bei 9 Stunden Zeitverschiebung ja auch total easypisi. Der Chatbot bot uns nur Flüge auf Warteliste für 2 Tage später an, dann müssten wir längst auf der Arbeit sein. Irgendwann kam eine weitere mail, dass man uns umgebucht hatte. Über Warschau nach Düsseldorf. Statt über München. Ok, aber was ist mit unseren reservierten und bezahlten Sitzplätzen und zusätzlichem Gepäck? Das hieß es jetzt zu klären. 

Da wir uns nicht mehr an den Lufthansa-Schalter begeben mussten, sondern an den von LOT, waren wir recht schnell an der Reihe. Da warteten ja kaum Menschen. Und dann gerieten wir an einen sehr unhöflichen Jüngling, der erstmal so tat, als ob er uns nicht verstünde und uns mal direkt abkassieren wollte für unser Zusatzgepäck. Er beantwortete grundsätzlich Fragen nur mit Schulterzucken. Als ich dann selbst ein wenig rigoroser wurde, meinte er dann etwas freundlicher, dass wir uns an Lufthansa wenden müssten, er wäre ja schließlich von LOT. Aha, erklärte jetzt wohl auch sein schlechtes Englisch .Als ich dann nach seinem Vorgesetzten fragte, wurde er plötzlich sehr sehr freundlich, gab uns plötzlich dann doch nebeneinander liegende Plätze und winkte unsere Koffer nach einem Blick auf die Quittung durch. Geht doch. Übrigens haben wir nicht einmal das Lufthansa-Kundencenter erreicht. Ich weiss nicht, wie oft wir es noch versucht hatten, zu jeder tags- und Nachtzeit. Wir haben nicht einen erreicht. Aber immerhin hingen wir zweimal für etwa 30 Minuten in der Warteschleife. Bis die Leitung dann gekappt wurde. Ne, Lufthansa. Du wurdest von unseren Steuergeldern gerettet, vergiss das nicht. Da solltet ihr Eure zahlende Kundschaft anständig behandeln. Soviel dazu. Eine Antwort auf unsere Reklamation gab es auch nie, aber eine Erstattung gab es nach ungefähr 5 Monaten. Haben wir direkt in eine neue Reise investiert…aber definitiv nicht mehr mit Lufthansa!

Nach dem etwas holprigen Check in waren wir trotzdem innerhalb von keinen 15 Minuten durch die Sicherheitskontrolle. Und die war ziemlich gründlich! Trotz Umbau und Chaos…alle Schalter mit freundlichen Beamten besetzt, alles gut organisiert. Memo an Deutschland: es geht also auch anders!

Irgendwann das Boarding, und dann begann unser 11-stündiger Horroflug. Eingepfercht auf engstem Raum, der neben mir sitzende Herr machte sich auf meinen halben Sitz mit breit, keinesfalls gewillt, sich auch nur einen Millimeter zu bewegen. Ausser beim Essen.

Die Stewardessen sprachen grundsätzlich polnisch statt wenigstens englisch. Unfreundlich bis unter die Hutschnur. Der Flieger dreckig, die Toiletten nicht zu benutzen. Getränke gab es genau zweimal, nämlich zum Essen. Wenn man Glück hatte. Nachdem die Saftschubse gemerkt hat, dass wir Deutsche sind, hat sie uns geflissentlich grundsätzlich übersehen.

Dann Ankunft in Warschau. Der einzige Vorteil, den dieser Flughafen bietet: man kann wie überall in Polen recht günstig essen. Und nach dem Frass, den man uns im Flieger vorgesetzt hatte, war das auch dringend nötig.

Das Personal im Einreisebereich sagen wir mal „polnisch freundlich“, Deutsche mögen die ja nicht bis gar nicht. Am Flughafen keine Info, wann es wo weitergeht. Bei Nachfrage bekam man die höfliche Antwort, man solle doch auf die Anzeigetafel schauen. Sehr witzig. Irgendwann stand dort unser Flug, dann ging es schnell.

Der Flieger war jetzt sauber und bequem, das Bordpersonal sehr freundlich, geht also auch bei LOT anders. Trotzdem keine Empfehlung, das reisst es jetzt nicht mehr raus Und dann…waren wir in Düsseldorf.

Nach 4 ½ Wochen wieder deutschen Boden unter den Füssen.

Die Reise unseres Lebens ist vorbei. Knapp 4300 Meilen quer durch die USA. Und davon fast 2450 Meilen Route 66. The entire Route 66, Von Chicago bis Los Angeles. Durch 8 Bundesstaaten, 4 weitere haben wir gleich mitgenommen. Ein Lebenstraum, den wir uns erfüllt haben. Und wir bereuen keine Meile.

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