San Francisco Sightseeing: Tag 2 Abenteuer erleben!

Den heutigen Tag in nur einem Bericht? Fast unmöglich, so viel haben wir gesehen und erlebt. Aber ich versuche es.

Heute morgen ist es richtig frisch, der Himmel bewölkt. Aber der Wetterbericht verspricht gegen Mittag wieder Sonne. Uns stört das nicht, immerhin hatten wir ja schon zwei Tage freien Blick auf die Golden Gate Bridge. Das ist ja nicht unwichtig, wenn man schon in San Francisco ist. Dann möchte man dieses berühmte Bauwerk ja auch sehen. Wir kennen Menschen, die waren vier Tage hier und kennen nur den Nebel um die Brücke...

Unser erstes Ziel für heute sollen die Painted Ladies sein. Die sieben berühmten bunten Häuser im viktorianischen Stil. Warum sie so berühmt sind, erschliesst sich mir nicht wirklich. Man kennt sie aus dem Vorspann zur US-Serie „Full House“, ja. Vielleicht liegt es daran, dass die das große Erdbeben von 1906 fast unbeschadet überstanden haben… Jedenfalls gehört die Steiner-Street, an der die Häuser direkt gegenüber des Alamo Square stehen, zu den weltweit meistfotografierten Strassen der Welt. Ein bißchen verrückt finden wir das, aber natürlich wollen auch wir sie sehen. Weit ist es von unserem Hotel eigetnlich nicht, aber es geht stetig bergauf. Und da San Francisco über diese selbstfahrenden Taxen verfügt, wollen wir die natürlich auch ausprobieren. Also warum nicht beides kombinieren?

Die Waymp-App, über die man die Fahrt bucht, haben wir schon runtergeladen. Und siehe da, unser Auto kommt keine 2 Minuten später. Und wir sind begeistert! Los geht es mit der üblichen "Sicherheitseinweisung" nachdem man eingestiegen ist und sich angeschnallt hat. Vorher fährt das Waymo nicht los. Und auf den Displays kann man nicht nur alle möglichen Einstellungen wie Klima und Musik vornehmen, sondern auch die Sicht der Außenkameras verfolgen. Einfach toll. Wir fanden es kein bißchen unheimlich. Die Fahrt hätte gerne noch ein wenig länger dauerrn dürfen, aber wir sind ja noch ein paar Tage hier… Im Übrigen hat uns die Fahrt keine 10$ gekostet, und war somit auch noch günstiger wie ein Uber. Natürlich haben wir das verglichen. Und allen Kritikern zum Trotz was Technik und ja, auch Arbeitsplätze angeht, wir sind Fans der "Selbstfahrer" geworden. Wir haben uns sicherer gefühlt, als mit einem Menschen hinterm Steuer. So sanft fährt kein Mensch und der absolute Pluspunkt für diese Autos: über diese Weitsicht durch all die Kameras und vor allem diese schnelle Reaktionsfähigkeit, das wird ein Mensch niemals alleine können.

 

Am Alamo Square, ein kleiner Park mit einem Hügel, von dem man einen guten Blick auf die Painted Ladies haben soll, war schon gut was los. Wir sind nicht die ersten Earlie Birds heute. Und fast hätten wir die berühmten Häuser hinter den hohen Bäumen übersehen. Die Painted Ladies waren leider nicht so bunt, wie man sie von Fotos kennt. Oder es war das falsche Licht, durch den bewölkten Himmel. Aber doch sehr schön anzusehen. Von außen, denn sie werden alle von Privatpersonen bewohnt. Das erklärt vielleicht, warum sie so gepflegt sind.

 

Am Alamo Square steht oben im Park ein kleiner Vintage-Truck. Eine Kaffeebude! Der "Lady Falcon Coffee Club" ist einer der außergewöhnlichsten Kaffee-Spots in San Francisco. Statt eines klassischen Cafés bekomm man seinen Kaffee aus einem liebevoll restaurierten 1948er GMC-Vintage-Truck, der meist hier am berühmten Alamo Square mit Blick auf die berühmten Painted Ladies steht. Der Name "Lady Falcon" ist eine Hommage an den historischen "Falcon Ladies Bicycling Club" aus den 1880er-Jahren. Diese Frauen galten damals als mutige Vorreiterinnen, weil Radfahren für Frauen zu dieser Zeit alles andere als selbstverständlich war. Mit dem Namen möchte das Unternehmen den unabhängigen und kreativen Geist des alten San Francisco bewahren. Das Unternehmen wurde von Buffy Maguire gegründet und gehört zu den wenigen von Frauen geführten Spezialitätenröstereien in den USA. Davor sitzen schon einige Einheimische mit dampfendem Kaffee, die dazugehörigen Hunde spielen fröhlich auf der Wiese davor. So ein einfacher, aber wunderschöner Moment mitten im Leben. Auch das haben wir so nicht erwartet. 

Es ist noch relativ frisch, also ist ein Kaffee genau das richtige für uns. Wir bestellen und möchten bezahlen. Nein sagt die junge Fau, die uns bedient. Heute sei Muttertag und der Kaffee ist heute kostenlos. Nicht nur an Frauen und Mütterm auch die Männer dürfen den Kaffee kostenlos genießen. Dass wir das Tipp-Glas großzügig füllen, versteht sich von selbst.

 

Wir bummeln mit unserem Kaffee durch die Nachbarschaft zur nächsten Bushlatetelle. Natürlich schauen wir uns die Painted Ladies nochmal aus der Nähegenauer an und sind wirlich beeindruckt. Auch die Häuser ringsum sehen alle toll aus. Ja, San Francisco gefällt uns immer mehr, sogar bei bewölktem Himmel.

 

Wir warten nicht lange auf unseren Bus, einmal kurz umsteigen und dann sind wir an der sicher mit berühmtesten Strasse in San Francisco. Die Lombard Street. In Wirklichkeit ist sie viel länger, aber genau dieses Stück hier am Russian Hill hat sicher jeder schonmal irgendwo gesehen. Die Lombard Street ist eine mit der bekanntesten Sehenswürdigkeiten hier in San Francisco. Entsprechend voll ist es natürlich. Für Fußgänger gibt es rechts und links Wege, die man auf und abwandern kann. Aber es gibt immer wieder Idioten, die über die Fahrbahn laufen um das ultimative Foto zu ergattern. Am liebsten eines, mit möglichst vielen Autos im Hintergrund, die sich die Strasse hinabschlängeln. Denn berühmt ist vor allem der kurze Abschnitt der Lombard Street zwischen Hyde und Leavenworth Street mit acht engen Serpentinen, oft als „kurvenreichste Straße der Welt“ bezeichnet. Die Kurven wurden 1922 angelegt, um den extrem steilen Hang mit rund 27% (!!!) Gefälle für Fahrzeuge sicher befahrbar zu machen. Wir nehmen brav den Fußweg, machen unzählige Fotos und Videoaufnahmen und beschließen, die Straße ganz ganz früh am Dienstag zu fahren, wenn kaum Menschen hier herumspringen. ich möchte nämlich keine Gallionsfigur auf der Motorhaube haben.

 

Direkt an der Lombard Street ist eine Haltestelle der Cable Car und so nehmen wir natürlich die nächste Bahn, die kommt. Lang ist die Fahrt nicht, aber wir sind schon ein wenig aufgeregt. Ist ja schliesslich unsere erste Fahrt. An der Endhaltestelle Powell & Hyde beobachten wir dann eine ganze Weile das Spektakel, wenn die Bahnen gedreht werden. Das passiert nämlich mit reiner Manneskraft, denn die Cable Cars haben keine Rückwärtsgang. Wie genau die Bahnen funktionieren, kann ich nicht erklären, aber sie werden mit einem unterirdischen Kabel bewegt. Deshalb Cable Car. Das Museum dazu haben wir nämlich nicht angesehen…

 

Wir sind an einer ganz anderen Stelle gelandet, wie ursprünglich geplant. Und merken erst jetzt, daß es fast Mittagszeit ist. Unsere Mägen melden sich nämlich. Also beschließen wir, noch einmal zum Pier 39 zu bummeln, denn dort gibt es sicher etwas für uns zum Essen. Und da wir gestern zu müde für einen ausgiebigen Bummel waren, wird der jetzt nachgeholt. 

 

Aber auf per pedes haben wir keine Lust, nach gestern sind wir heute lauffaul. So nehmen wir dann auch noch direkt die historische Strassenbahn zum Pier 39. Somit haben wir dann alles an fahrbarem Untersatz ausprobiert, was unsere MUNI-Karte hergibt. 

Bei "Boudin" hat uns gestern schon die Suppe in einem Brotteig angelacht, aber da waren wir noch satt von unseren Burgern.  Und so ist klar, was es zum Mittagessen gibt. Wir bestellen zwei wirklich leckere Suppen, die in einem Brot serviert werden, dass seinen Namen wirklich verdient hat. Wir sind ja bekennende Brotliebhaber! Naja, serviert nicht so wirklich, hier ist Self-Service angesagt. Und wir setzen uns mit unseren Tablets auf die Außenterrasse und genießen unsere Suppen, während wir das Treiben auf dem Pier beobachten. Ein Lunch nach unserem Geschmack. Sowohl als auch. 

 

Gut gestärkt bummeln wir den Pier entlang und genießen die Atmosphäre hier. Mittlerweile ist es recht voll geworden, aber hier stört es uns nicht, Und: die Sonne strahlt wieder vom Himmel. Wir schlendern durch die unterschiedlichsten Geschäfte, schauen uns einfach nur um. Natürlich gibt es hier auch viel Souvenirläden und ja, auch wir können nicht widerstehen. 

 

Und dann entdecken wir den verrücktesten, aber auch schönsten Weihnachtsladen auf dem Pier. Also Käthe Wohlfahrt kann da gepflegt einpacken! Gekauft haben wir nichts, denn vieles ist aus Glas gefertigt und wir haben Angst, dass uns die schönen Stücke im Koffer kaputt gehen würden. Aber es ist herrlich anzusehen...und dabei schon im Mai „Last Christmas“ zu hören. Normalerweise schalte ich bei dem Gedudel das Radio aus, aber hier...ja, das hat was. Etwas schräg, aber lustig.

 

Und auch die Seelöwen besuchen wir heute wieder. Wir könnten da stundenlang zusehen…und fragen uns, warum die sich eigentlich alle quer übereinander, untereinander und nebeneinander auf eine Plattform quetschen und ringsum alle anderen Plattformen leer sind. Na, wird sicher seinen Grund haben, oder!? Die Zeit vergeht schon wieder wie im Flug. Mittlerweile ist es schon früher Nachmittag, als wir uns wieder auf den Weg machen zum Bus.

 

Es geht nach Chinatown! Mittlerweile die dritte, die wir erkunden wollen. LA war sehr enttäuschend, in New York haben wir wohl nur an der Oberfläche gekratzt und waren deshalb auch enttäuscht, Und San Francisco soll die älteste Chinatown er USA sein. Und riesengroß, über 24 Häuserblocks soll sie sich erstrecken. Oje…Natürlich haben wir nicht alles gesehen. Wir haben uns durch die Straßen und Gassen treiben lassen. Hier war wirklich so viel los…das ging gar nicht anders. Aber diesmal wurden wir nicht enttäuscht, im Gegenteil So haben wir uns das vorgestellt. Vielleicht nicht so wuselig, vor allem an einem Sonntag. Aber wir haben uns komplett in eine andere Welt versetzt gefühlt. Nur ans Essen, da haben wir uns nicht richtig rangetraut. eine Tante war einmal in China…und was wir als chinesische Küche kennen, hat nur im entferntesten was mit dem zu schaffen, was es wirklich ist. Aber da Kaffeezeit ist, haben wir uns am Gebäck probiert, da sind wir auf der sicheren Seite. Wir haben die AA Bakery ausgewählt, davon hatten wir irgendwo gelesen. Und wir würden sie empfehlen. Was genau wir da gegessen haben…keine Ahnung. Irgendwas mit Kokoscreme und ein Gebäckstück aus Reis, ähnlich wie ein Krapfen. Lecker war es, und auch nicht teuer. Aber schwer zu bestellen. Tatsächlich wird in Chinatown mehr Mandarin und Kantonesisch gesprochen wie Englisch. Und wir mittendrin. Aber mit Händen und Füssen konnten wir dann sogar nioh zwei Cola bestellen, Kaffee gab es wahrscheinlich nicht. Glauben wir. 

Aber unheimlich freundliche Menschen sind es. Der alte Herr an der Kasse hielt uns eine Landkarte von Europa auf seinem Handy unter die Nase. Wir sollen zeigen, woher wir kommen. Als wir auf Deutschland tippen, macht er große Augen und lacht und reicht uns die Hand. Irgendwie rührend. 

Mangels Sitzgelegenheiten lassen wir uns an einer Bushaltestelle nieder und beobachten kauend das Treiben. Eine quirlige, interessante Ecke. Wir sind ziemlich erschlagen von den Eindrücken. Man hat das Gefühl, daß es hier keine Rolle spielt, ob Wochenende ist. Laut sind sie, die Menchen, die wie Ameisen durch die Straßen und geschäfte eilen. Ist das wirklich authentisch und in China selbst genauso? Das könnten wir nicht jeden Tag ertragen, auch wenn es noch so ineressant ist. Wenn wir ehrlich sind: China stand noch nie und wird nicht auf unserer Bucketlist landen...

 

Direkt neben Chinatown liegt Little Italy. Wir laufen die Stockton weiter und plötzlich sind wir wieder in einer anderen Welt. Hier tobt auch das Leben, aber anders.

Auch hier lassen wir uns einfach ein Stück trieben und landen an einem schönen Park, der voller Menschen ist. Washington Square. Hier wird gepicknickt, was das Zeug hält und...das Leben genossen. Wir stellen fest, daß wir hier am Park genau vor der Kirche stehen, deren Türme wir schon oft von Weitem gesehen haben. Saints Peter and Paul. Rein sind wir nicht gegangen, aber auch von außen schon ein toller Anblick. Ja, die grenzen zwischen den eizelnen Vierteln sind hier fliessend.

 

Daß wir mitten in Little Italy stehen merken wir spätestens an den Zebrastreifen. Die sind nämlich in den italienischen Nationalfarben gehalten. Zumindest hier an der Kreuzung Union/Stockton. Und gneau hier befindet sich auch "Tonys Pizza Napoletana".  Berühmt für seine Pizzen, wie könnte es anders sein, und zwar vom 13-fachen Weltmeister im Pizzabacken. Wir haben sie nicht probiert, denn hier einen Tisch zu bekommen gleicht einem Glücksspiel. Im Internet kann man sich schon auf eine Warteliste setzen lassen und die Schlange vor dem Restaurant ist wahnsinnig lang. Aber was wir so auf der Außenterrasse im Vorbeigehen sehen können, sieht sehr sehr lecker aus. Pizza geht ja eigentlich immer, oder?

 

Natürlich ist mal wieder Zeit für eine Toilette. Aber ich mag es gar nicht, einfach in irgendwelche Restaurants zu gehen, ohne selbst Gast zu sein. Hier steht auch an jeder Tür "restrooms just for clients", als wirklich nur für Gäste. In den USA findet man immer irgendwelche öffentliche Toiletten, so auch hier. Normalerweise sind die auch immer sauber, man setzt sich ja sowieso nicht drauf. Also ich nicht. Aber die hier erinnert tatsächlich an die "deutsche" Version. Mit Knopf drücken, Tür auf...und so weiter. Ich habe so ein Teil EINMAL in Deutschland betreten, weil die Not so groß war, bin aber direkt wieder rückwärts raus. Warum brauche ich nicht sagen, oder!? Ich stehe jetzt also vor einem für mich großen Problem: da rein, weiter warten und auf etwas anderes hoffen oder doch in ein Restaurant (wo ich wahrscheinlich genau hierhin geschickt werde)? 

Die Tür öffnet sich, und ein junger Mann kommt mit seinem Fahrrad raus. Einen Blick kann ich erhaschen...ja, sehr groß. Die Tür schliesst sich, ich drücke den Knopf, die Tür geht nicht auf. Dafür steht auf dem Display "cleaning in progress". Nach ein er halben Minute darf ich dann rein und...hui, damit habe ich nun nicht gerechnet. Das Häuschen mit dem stillen Örtchen wird tatsächlich nach jedem Besuch komplett automatisch gereinigt und parfümiert. Und der Besuch ist auch wie eigentlich immer kostenlos! Also auch das wieder mal ein Pluspunkt für die USA. In Deutschland muss man selbst für das dreckigste Kneipenklo bezahlen...

 

Wir sind komplett überladen von all den Eindrücken und beschliessen, den Rückweg zum Hoteln anzutreten. Aber ganz San-Francisco-Style mit der Cable Car.

Dazu müssen wir aber erst einmal wieder mit dem Bus zur richtigen Haltestelle. Und hier verfransen wir uns das erste Mal auf der Suche nach der Haltestelle. Tatsächlich laufen wir dreimal daran vorbei. Manchmal weist halt nur ein kleines unscheinbares Schild darauf hin, dass hier ein Bus hält. Man aber halt auch die Augen aufhalten. Ist aber in einer so faszinierenden Stadt nicht immer so einfach…

Aber irgendwann sitzen wir im Bus zum Financial District. Wieder eine andere Welt. Und sogar einige Hochhäuser. Und kaum Menschen. Bis wir an der Haltestelle zu unserer Cable Car ankommen. Aber kein Gedränge und geschubse, sondern höfliches Warten und Vorbeilassen. 

Die Cable Car fährt die California Street hoch bis zur bis zur Endhaltestelle, und die Fahrt diesmal im schönsten Sonnenschein ist wieder ein Erlebnis. Und passt perfekt zu unserem wunderschönen zweiten Tag in San Francisco. 

 

Wir laufen noch die paar Blocks zu unserem Hotel. Es ist mittlerweile Abend geworden, wir sind müde aber auch aufgekratzt.  Was haben wir nicht alles gesheen. Wie sollen wir das alles verarbeiten? 

Morgen geht es nach Alcatraz. Eines der Highlights unserer Reise, auf das wir uns schon besonders freuen. Ein Gefängnis haben wir noch nie besichtigt…Viel gehört haben wir, viele Videos dazu geshen, viel gelesen. Aber wird es so, wie wir es uns vorstellen? Mit dem Gedanken schlafen wir ein. 

 

 

 

10. Mai 2026

Aufregend und beeindruckend, wir lieben Frisco!

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