Lake Tahoe & Carson City: Entspannung in Nevada

13. Mai 2026

Lake Tahoe, ein Capitol und "welcome back to Nevada"

Wir starten nach einer sehr guten Nachricht aus Miami deutlich entspannter in den Tag. Unser Freund ist wach und ansprechbar, er muss sich noch erholen, aber das ist kein Wunder nach dem, was er mitgemacht hat. Aber wir sind wirklich absolut erleichtert und glücklich, dass es ihm besser geht. 

 

Und auch unser George hat die Nacht gut überstanden und wir können unser Gepäck wieder verstauen. Unsere Sorge, daß sich jemand aus dem „Autodorf“ hierher verirrt, war also unbegründet. Aber man weiss ja nie…

 

Frohen Mutes genehmigen wir uns das mitgebuchte Frühstück, was wieder typisch amerikanisch ist, aber wie wir finden, absolut ausreichend. Wir verstehen die Meckerei mancher Leute in den Bewertungen der Buchungsportale und auch teilweise in Youtube-Videos nicht. Man darf halt nicht in der ganzen Welt ein Frühstück wie in einem All-In-Hotel irgendwo in Spanien oder sonstwo erwarten. Andere Länder, andere Sitten und einfach Knatscherei auf sehr hohem Niveau. Muss ich mal loswerden.

 

Nach dem Frühstück geht es auf die Strasse. Und nun sind wir dann doch nicht mehr so entspannt. Erstmal. Der Verkehr am frühen Morgen in Sacramento ist nicht wirklich besser wie gestern Nachmittag. Herrje. So schlimm war es vor 4 Jahren in LA nicht, und auch San Francisco am Samstagmittag war überschaubarer als das Chaos hier. Und somit steht für uns Sacramento auf dem ersten Platz der amerikanischen Städte mit dem schlimmsten Verkehr. Zumindest, die wir bisher besucht haben. Wenige sind es nicht….      

 

Hier in Sacramento startet auch der Highway 50. Enden wird er nach etwa 4800km in Ocean City in Maryland an der Ostküste. Der sicher berühmteste Abschnit „The Loneliest Road in America“ führt durch Nevada, und den wollen wir fahren. Natürlich. Aber erst übermorgen. Legendäre Strassen lieben wir. Und so nehmen wir schon heute die 50 statt der Interstate. Nicht so weit, aber zumindest ein Stück. Und nachdem wir Sacramento hinter uns gelassen haben, wird der Verkehr entspannter. Wir auch. Vor uns liegt keine allzu lange Etappe, denn unser Ziel wird Carson City sein, die Hauptstadt von Nevada. Das sind nur knapp 130 Meilen, also können wir uns Zeit lassen und die wunderschöne Landschaft geniessen, durch die die 50 uns führt. Das ist also der Eldorado National Forest. Kleine Orte, viel Wald und…Kurven. Auch hier können gute Nerven wieder einmal nicht schaden, aber Spass macht die Fahrt allemal. Wir können es kaum glauben, aber das ein oder andere mal können wir auf den Berggipfeln sogar noch Schnee sehen… Naja, wir sind ja hier auch schon richtig hoch, ohne es mal wieder zu merken.. 

 

Wir sind in South Lake Tahoe angekommen, das liegt, wie der Name schon sagt, am südlichen Ufer des berühmten Lake Tahoe. Und man sieht dem Ort an, dass hier so ziemlich alles auf Touris ausgelegt ist. Gefällt uns jetzt nicht unbedingt, und deshalb halten wir gar nicht gross an. Wir überqueren die State Line nach Nevada, die hier leider nur einen kleinen Hinweis wert ist. Schade, hier hatten wir mehr erwartet. Und somit sind wir im vierten Bundesstaat unserer Reise angekommen. Den nördlichen Teil von Nevada kennen wir nur von derr Durchfahrt vor fast 2 Jahren, also sind wir gespannt, was uns erwartet. Ein bißchen was steht auf unserer Wunschliste. Wir fahren ja nicht einfach dumm drauf los.

 

Auf den Lake Tahoe hatten wir uns besonders gefreut. Er liegt auf knapp 1900m Höhe auf der Grenze Kalifornien/Nevada und ist bis an die 500m tief. Er ist nicht nur mit einer der größten Bergseen der USA, sondern auch der zweittiefste. Und wegen seiner Wasserqualität angeblich auch einer der klarsten Seen der Welt. 

Hier in der Sierra Nevada ist Lake Tahoe im Winter ein großes Skigebiet und im Sommer ein typisches Urlaubsziel in den Bergen. Das erklärt sicher die utopischen Preise, die wir hier für ein einfaches Motel hätten zahlen dürfen. Und die Promidichte am See trägt sicher auch noch genug dazu bei. 

 

Ja, Lake Tahoe ist wirklich wunderschön, zumindest das, was wir aus der Ferne erahnen können. Ab South Lake Tahoe sind wir zwar entlang des Ufers gefahren, aber entweder ist alles zugebaut und „private property“ oder es ist direkt mal wieder ein State Park, für den man Eintritt zahlt. Stört uns normalerweise nicht und wir unterstützen das gern. Aber da wir vielleicht mal 10 Minuten am Ufer stehen und nur den Anblick geniessen wollen, ohne irgendwelche „amenities“ in Anspruch zu nehmen, sehen wir das nicht ein. Also nehmen wir nur den Blick von einem Vista Point über dem See gelegen. Der ist auch schön. Aber ein wenig enttäuscht sind wir trotzdem. Vielleicht hätten wir auf der kalifornischen Seite bessere Chancen gehabt, aber wir wollten ja unbedingt hier herum fahren. Naja...

 

Wir fahren noch das kurze Stück bis nach Carson City. Und kaum sind wir hinter der letzten Kurve, ist die Landschaft schon wieder eine ganz andere. Gerade noch Berge und Wälder mit Warnung vor Bären, liegt plötzlich Wüste vor uns. So schnell geht das hier. Wahnsinn.

 

Carson City ist die Hauptstadt von Nevada. Und mit Capitol. Was wir natürlich besucht haben. Und: wir sind begeistert. Vom Capitol, das sehr schön ist, fast gemütlich, weil es nicht so riesig ist. Wir halten uns länger auf wie gedacht und tauchen in einer Ausstellung tiefer in die Geschichte Nevadas ein. Nicht nur lehrreich, sondern wieder anspechend und überhaupot nicht langweilig gestaltet. Ja, auch das haben die Amerikaner uns mal wieder voraus...

Und natürlich werden wir hier auch wieder sehr freundlich empfangen. Wir dürfen uns ins Gästebich eintragen und fallen mal wieder auf. Deutsche verirren sich leider nicht so häufig in diese Gegend Nevadas. Schade, warum eigentlich nicht? Und so erfahren wir bei einem kleinen Smalltalk, daß wir morgen vielleicht noch einmal die Chance haben, mehr von Lake Tahoe zu sehen wie heute. Wir werden auf dem Weg morgen nach Reno einen kleinen Abstecher zum "Hidden Beach" machen, den hat man uns nämlich hier in Carson im Capitol empfohlen. Und wenn wir sowieso nach Reno wollen, sollen wir dann auch direkt den Weg über Mount Rose nehmen, das wäre viel schöner als über die Interstate. Na, da sind wir mal gespannt. So sind sie, die Amerikaner. Auch dafür lieben wir sie.

 

Carson City selber gefällt uns auch. Hier finden wir genau das, was wir so lieben. Kleinstadtcharakter mit tollem Panorama und netten Menschen. Naja, so klein ist Carson gar nicht, immerhin fast 60.000 Einwohner. Aber ist es nicht der Charakter, der zählt? Übrigens parken wir auf dem öffentlichen Parkplatz kostenlos!

Nach unserem Besuch im Capitol bummeln wir noch die Strasse entlang und holen uns am Visitor Center unseren "Highway-50-Pass". Man sammelt an verschieddenen Orten Stempel, schickt eine Karte mit den Stempeln ein und bekommt eine Urkunde. Ob das klappt? 

 

Um ein bißchen die Gegend zu erkunden ist es tatsächlich günstiger in der Hauptstadt Nevadas zu nächtigen als in Reno oder irgendwo am Lake Tahoe. Wir haben das Motel 6-Carson City, NV (2749 South Carson Street, Carson City, NV 89701) gebucht. Für 2 Nächte ein fast unschlagbarer Preis, nämlich 100€ ohne Frühstück. 

Nachdem wir im örtlichen Casino „Hallo“ gesagt haben, wir sind schliesslich in Nevada, checken wir in unserem Motel ein. Viel passiert heute nicht mehr. Wir fahren noch ein wenig Proviant für die nächsten Tage einkaufen, und lassen den Tag im Motel ausklingen. Es ist einfach, und vor allem sauber. Leider sind die Nachbarn nicht die angenehmsten. Eine scheinbar mexikanische "Dame" und ihr Mann? Lover? Sohn? Wir haben es nicht herausbekommen. Aber die Gute war ziemlich streitlustig. Da flogen die Schuhe in hohem Bogen aus dem Zimmer, die Tür knallte ständig. Untermalt von ihren Schimpftiraden. Der arme Kerl kann einem leid tun...

 

Wir unterhalten uns noch ein Weilchen mit einer netten älteren Dame. Marke "Golden Girl". Sie kommt aus Sioux Falls und will zum "Gambling" nach Reno. Aber der Verkehr sei dort so schrecklich, dass sie lieber in Carson City bleibt und da ein bißchen ihr Glück versuchen möchte. Wie bitte? Die ist den langen Weg hierher allein mit dem Auto gefahren? Also uns kommt sie steinalt vor. Und wie sich herausstellt ist sie tatsächlich schon 86 Jahre jung. Herrje... Aber Lebensfreude, das hat sie.

 

Ein bißchen beunruhigt sind wir nun doch, was unsere Fahrt nach Reno angeht. Erwartet uns wieder ein Chaos wie noch heute Morgen in Sacramento? Wir sind auf morgen gespannt. Wir haben uns einiges vorgenommen. Ob wir alles sehen? Und…wie wird uns Reno gefallen? 

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