Oklahoma City: Route 66, Stockyards & Gedenkstätte

Route 66 - die Reise unseres Lebens

Oklahoma City: eine Stadt mit trauriger Geschichte

Und der nächste Morgen…beginnt mit einem weiteren riesigen Gewitter! Ganz ehrlich…wir haben uns an dem Tag schon im Hotel sitzen sehen. Aber – nach einer guten Stunde war das Unwetter vorüber, und es konnte los gehen! Unser etwas anderes Sightseeing.

Unser erstes Ziel heute: Stockyards City! Es gibt eine Reihe von Geschäften, man könnte sich hier eine komplette Ranch ausstatten – von Cowboystiefeln bis zum lebenden Rind ist hier alles erhältlich. Alles? JA! Denn hier befindet sich der weltgrößte Viehmarkt für Futter und Vieh, hier finden jeden Montag und Dienstag öffentlich zugängliche Live-Vieh-Auktionen statt. Und wir haben Dienstag! Und wir haben die Chance, nur einen kleinen Blick auf das zu werfen, was unsereins sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Und genauso war es! Am Rande: Die Tiere werden hier wirklich gut behandelt! Und wenn man eine Weile hier sitzt und zuhört, versteht man sogar den Auktionator.

Nach der Auktion geht es natürlich auf einen Kaffee ins berühmte Cattlemans Steakhouse. Das macht man hier so nach der Auktion. Für Steak ist es definitiv etwas zu früh, aber der Kaffee war richtig gut und der Kuchen nach Art des Hauses war auch lecker!

Frisch gestärkt noch ein kurzer Bummel durch Stockyard City, dann geht es weiter.

Will Rogers, ua Schauspieler und Komiker, ist Oklahomas Lieblingssohn und hier überall verewigt. Sogar der Flughafen von OKC ist nach ihm benannt. 1952 benannte man die Route 66 in einem Teil von Oklahoma im Will-Rogers-Highway um.

Nächster Programmpunkt ist das Museum der 45. Infanterie-Division.

Die Gardisten, die den größten Teil ihrer Geschichte in Oklahoma City, Oklahoma, beheimatet waren, kämpften sowohl im Zweiten Weltkrieg als auch im Koreakrieg. Nach der Landung in Frankreich während der Operation Dragoon schloss sie sich 1945 der Fahrt nach Deutschland an, die den Krieg in Europa beendete.

Das KZ Dachau wurde am 29.04.1945 vom 3. Bataillon des 157. Infanterieregiments der 45. Infanteriedivision befreit

Aus der berühmtesten Dienstzeit der Division, dem Zweiten Weltkrieg, gibt es hier die wohl faszinierendsten Exponate. Ausgestellt sind eine Vielzahl von Gegenständen aus der persönlichen Wohnung des Nazi-Führers Adolf Hitler in München, die von den Thunderbirds, dem Brigade Combat Team der 45., befreit wurde, als sie die Stadt im Frühjahr '45 eroberten. 

Wir fahren weiter zum State Capitol. Der Plan war, unseren Route-66-Pass hier stempeln zu lassen. Wer mal in Berlin den Reichstag besichtigt hat, weiß, dass man dort nur nach Anmeldung reinkommt und sich möglichst keine 2 Meter von der Reisegruppe entfernen darf. Wir gingen nichtsahnend hinein und standen vor einer Sicherheitsschleuse. Wir waren etwas eingeschüchtert und fragten, ob die Sicherheitsbeamten den Pass abstempeln würden. Sie lachten und meinten: „Nein! Schauen Sie sich erst einmal unser Gebäude an und fahren Sie dann einfach in den unteren Stock. Im Information-Center, da bekommen Sie Ihren Stempel.“ Wir wollten den Irrtum aufklären, und sagten, wir hätten keine Führung gebucht. Sie waren wahnsinnig nett, meinten, hier darf jeder rein und sich das Gebäude ansehen. Sie gaben uns noch Tipps und wünschten uns viel Spaß! Unglaublich! Und in Berlin wird man behandelt wie ein Schwerstverbrecher!

Wir besichtigten das Gebäude, fuhren mit Senatsangehörigen und der Security im Aufzug, wurden überall freundlich gegrüßt. Selfie vor dem Büro des Gouverneurs? Kein Problem. Und das ist der höchste Mann im Staat. Und wir waren oder besser, sind immer noch beeindruckt! Ein wunderschönes Gebäude, imposant, elegant aber auch gleichzeitg schlicht. Als wir es dann endgültig in das Untergeschoss geschafft haben, plauderten wir lange mit den Angestellten dort, Deutsche kommen hier nicht oft her. Ein paar Fotos vom Capitol von Aussen ja, aber die Zeit für eine Besichtigung nehmen sich nicht viele Touristen, erklärte man uns. Und sie waren wahnsinnig stolz, dass uns das Capitol Building so gut gefällt.

Und nach gut 2 Stunden ging es dann wieder raus.

Uns war es ein Anliegen, das Oklahoma City National Memorial zu besuchen. Die nationale Gedenkstätte erinnert an den Bombenanschlag vom 19. April 1995 und wurde zu Ehren der Opfer, Überlebenden und Rettungskräfte gegründet. Sie steht genau an der Stelle, an welcher das Alfred P. Murrah Federeal Builduing stand, was durch das Attentat zerstört wurde.

Das „Feld leerer Stühle“ symbolisiert mit 168 auf einer Grasfläche angeordneten gläsernen Stühlen die Opfer des Anschlags. In den gläsernen Sockel eines jeden Stuhls ist der Name eines der Opfer eingraviert. Sie sind in 9 Reihen, entsprechend der 9 Stockwerke, in welchen sich die Opfer zum Zeitpunkt der Explosion aufhielten, angeordnet. Am westlichen Ende des Feldes befinden sich fünf Stühle, die für jene Menschen stehen, die nicht innerhalb des Alfred P. Murrah Buildings ums Leben kamen

Es gibt 19 kleinere Stühle, symbolisch für die 19 Kinder des im Gebäude befindlichen Kindergartens, welche bei dem Anschlag starben. 3 Ungeborene starben mit ihren Müttern, ihre Namen sind auf den Stühlen unter dem Namen ihrer Mutter eingraviert.

Auf den Überresten des Fundamentes, welches am östlichen Ende des Feldes zu sehen ist, sind die Namen der über 800 Überlebenden des Attentates eingraviert.

Ein weiterer Teil des Mahnmals ist der „Survivor Tree“. Diese Ulme, stand auf dem Parkplatz gegenüber dem Gebäude. Das Alter wird auf mindestens 100 Jahre geschätzt.

Durch die Explosion wurde der Baum schwer beschädigt, hat alle Blätter verloren und wurde stark verbrannt. Er wurde für die polizeilichen Ermittlungen genutzt, um die durch die Explosion in der Rinde getriebenen Splitter als Beweisstücke zu sichern. Statt ihn zu fällen wurde der Baum stehen gelassen, um langsam abzusterben und so des Anschlags zu gedenken. Entgegen allen Erwartungen erholte sich der Baum jedoch vollständig und symbolisiert heute den Überlebenswillen und die Heilung nach dem Anschlag.

Ja, das ist ein sehr emotionaler Besuch. Aber auch das gehört zu einer Reise. Wenn man dieses Land wie wir liebt, dann sollte man mehr sehen wie Natur und Einkaufszentren.

Und dann war es auch schon Abend. Es ging zum Essen noch einmal kurz nach Bricktown und dann ab ins Motel. Wir haben etwas anderes, außergewöhnliches Sightseeing gemacht und die Route 66 außen vor gelassen. Jede Woche kommt man ja leider nicht her. Aber wir müssen wohl nochmal. Sehr gerne und irgendwann, und für länger. Denn wir haben lange nicht alles gesehen, was uns interessiert. Aber uns wahnsinnig wohl gefühlt. 

Wir haben uns in OKC verliebt!

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