Route 66: Weiter nach Texas – von OKC bis Shamrock

Route 66 - die Reise unseres Lebens

Der nächste Staat: Texas

Wir verlassen Oklahoma City. Und müssen durch eine ziemlich große Gewitterfront. Und was Gewitter hier in den Gefilden heisst, haben wir bereits erfahren.

Wenn auch schwere Herzen uns beschließen, die Route 66 erstmal außen vor zu lassen und die Interstate zu nehmen. Warum? Ok, auch die Interstate kann überfluten, aber auf einer Landstraße, die die Route 66 nunmal ist, ist genau das Risiko noch viel größer. Mit viel Glück muss man nur einen Umweg oder zurück fahren. Was aber viel gefährlicher ist: Die Tiefe einer Pfütze lässt sich natürlich nicht abschätzen, und es sind Sturzfluten vorausgesagt. Außerdem: Sicherheit geht vor.

Wir müssen gegen das Gewitter fahren, trotz Regen geht es aber zügig voran. Die eine oder andere kurze Pause legen wir ein, um den schlimmsten Regen abzuwarten.

Zwischendurch können wir immer wieder sehen, dass die Route 66, die hier ziemlich parallel zur Interstate verläuft, wirklich heftig überflutet ist. Auch die richtige Entscheidung!

Kurz vor Clinton verlassen wir die Intersstate und fahren dann doch auf die Route 66. Wir wollen nämlich zum Route 66 Museum, dort gibt es einen Stempel für unseren Passport.

Wir dachten erst, das Museum wäre geschlossen. Ein Herr kam aber heraus und meinte, wir könnten gerne reinkommen, man hatte zwar seit Stunden keinen Strom, aber wir hätten auch nicht im Freien warten müssen.

Ok, Besichtigungen waren natürlich nicht möglich, aber wir haben mal wieder sehr nette Gespräche führen können. Es gab unseren Stempel und einige Tipps für die Weiterfahrt. Und Souvenirs.

Auf dem Weg durch Clinton ist uns dann auch endlich aufgefallen, dass tatsächlich fast nirgendwo der Strom funktionierte. Ja, die Unwetter in den USA sind mit denen bei uns wirklich nicht vergleichbar…

Wir bleiben auf der Landstraße und plötzlich kurz vor Elk City wurde der Regen weniger und am Horizont tauchten die ersten Sonnenstrahlen auf.

Das Oklahoma Route 66 Museum in Elk City ist auf jeden Fall einen Stopp wert! Ein Museumskomplex, der einen durch die Geschichte nicht nur der Route 66 führt. Liebevoll hergerichtet und schön gestaltet. Wir sind nicht im Inneren gewesen, aber allein der Spaziergang durch das Freilichtmuseum hat uns wahnsinnig gut gefallen!

Es geht weiter Richtung Texas, unser heutiges Ziel. Übrigens eine Etappe von etwa 185 Meilen, also eine der Längeren. Zumindest auf der Route 66.

Wir fahren über die Timber Creek Bridge aus dem Jahr 1926 Richtung Sayre.

Und kurz hinter Sayre entdecken wir ein altes Teilstück der ursprünglichen Route 66, aus welchem Jahr wir allerdings nicht herausgefunden haben. Natürlich nicht mehr befahrbar – außer für Radfahrer!

Und dann kommen wir nach Erick. Wir halten nur dort, weil wir den Sandhill Shop besuchen möchten. Eine Legende an der Route 66. Mehr Gründe, in Erick zu halten, gibt es ehrlicherweise nicht. Und genauso ehrlich möchten wir sagen: Wir sind erschrocken, ja wenn nicht sogar entsetzt. Auf all unseren Reisen durch die USA haben wir bisher keinen so ungepflegten und heruntergekommenen Ort gesehen. Es ist schade, Aber…auch das ist Amerika, nicht immer ist alles schön.

Über unseren Besuch im Sandhill Shop werden wir nicht viel sagen. Harvey, der Besitzer, wurde schon vielfach kritisiert. Seit dem Tod seiner Frau betreibt er den Laden alleine. Und nunja, er muss ja auch davon leben. Gern gibt man eine Spende, denn solch einen Laden haben wir nicht nochmal entdeckt. Zu uns war Harvey ausgesprochen freundlich, damit das nicht falsch verstanden wird. Aber wir mussten auch beobachten, wie andere besucher "behandelt" wurden...

Wir verlassen diesen gleichzeitig beeindruckenden aber auch mittlerweile traurigen Ort und wünschen uns für Harvey, dass es ihm noch viele Jahre gut geht.

Und dann sind wir schnell an der Grenze zu Texas. In der kleinen Geisterstadt Texola, dort leben aber noch eine handvoll Menschen. Tatsächlich hat Texola einen gewissen Charme und das Motto des Ortes: There's no place like Texola – passt!

Wir müssen noch einmal ein Stück zurück, denn wir haben tatsächlich vergessen, nach dem One Cell Jail zu schauen.

Ein kurzer Stopp an der Grenze zu Texas – dachten wir! Wir wollten gerade in unser Auto steigen, als 3 Wagen alle jeweils mit einem kleinen Wohnwagen im Schlepptau hielten. Kennt ihr die Golden Girls? Und 3 davon sprangen winkend und rufend aus dem Wagen. Sie wollten nämlich die Chance nutzen, ein gemeinsames Foto schiessen zu lassen, da boten sich die beiden, die da an der grenze hielten, geradezu an. Also wir. Als dann auch noch rauskam, dass wir aus Deutschland sind – waren unsere 3 Damen völlig ausser Rand und Band und wir waren dann auch noch ein begehrtes Fotomotiv. Sie erzählten uns, dass die 3 immer wieder mal ein Stück USA bereisen und jetzt war mal die Route 66 dran, zumindest ein Stück. Aber bitte immer im eigenen Wohnwagen, damit man auch mal seine Ruhe hat. Sag ich doch, Golden Girls.

Und kurz darauf sind wir in Shamrock, unserem heutigen Ziel.

Und Shamrock hat was, wie wir bei einem abendlichen Sightseeing feststellen konnten. Etwas abseits der Route 66 hat Shamrock nämlich noch viel mehr zu bieten als nur das berühmte U-Drop Inn! Hier hat Elvis übrigens heute noch seinen reservierten Platz, an dem niemand anders sitzen darf! Auch wenn er zu Lebzeiten nur 2 oder 3x hier war.

Shamrock mögen wir!

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