30. Mai 2026
Seattle zwischen Skyline, Markttreiben und Rooftop-Pool
Unser letzter voller Tag in den USA beginnt in Seattle, der größten Stadt im Nordwesten der Vereinigten Staaten und der Metropole des Bundesstaates Washington. Eingebettet zwischen dem Puget Sound und dem Lake Washington, eingerahmt von den Olympic Mountains im Westen und den schneebedeckten Gipfeln der Cascade Range im Osten, zählt Seattle heute rund 750.000 Einwohner. Weltweit bekannt ist die Stadt als Heimat von Unternehmen wie Amazon, Starbucks oder Boeing und gilt als eine der innovativsten Städte der USA. Gleichzeitig ist Seattle für sein wechselhaftes Wetter, seine steilen Straßen, den maritimen Charakter und die entspannte Atmosphäre bekannt.
Unser Hotel entpuppt sich als absoluter Glücksgriff. In rund 20 Minuten erreichen wir die Space Needle und den Pike Place Market bequem zu Fuß. Die Gegend wirkt sicher und angenehm. Genau so, wie man sich das nach einem langen Roadtrip wünscht.
Seattle ist eine Stadt, die sich gar nicht so leicht beschreiben lässt. Sie hat wunderschöne Ecken, beeindruckende Ausblicke und ihren ganz eigenen Charme, aber eben auch Seiten, die zum Nachdenken anregen.
Unser erster Weg führt uns zum berühmten Pike Place Market. Seit 1907 gehört er zu den bekanntesten Märkten der USA und ist weit mehr als nur eine Touristenattraktion. Zwischen kleinen Geschäften, Blumenständen, frischem Fisch, Straßenmusikern und unzähligen Besuchern herrscht ein buntes, manchmal fast chaotisches Treiben. Das berühmte Werfen der Fische gehört hier genauso dazu wie der erste Starbucks überhaupt, der sich ganz in der Nähe befindet. Das Gewusel muss man einfach einmal erlebt haben.
Für mich als absoluten Kaffeeliebhaber gibt es in Seattle natürlich einen Pflichtstopp: den ersten Starbucks überhaupt, direkt am Pike Place Market. Schließlich hat hier 1971 die Erfolgsgeschichte der heute weltweit größten Kaffeekette begonnen. Immerhin mein Geburtsjahr...
Umso größer ist die Enttäuschung, als wir vor verschlossenen Türen stehen. Das kann doch nicht wahr sein! Die bauen ausgerechnet dann um, wenn ich einmal im Leben herkomme!
Ich nehme das natürlich mit einer ordentlichen Portion Humor, aber ganz ehrlich: Als eingefleischter Kaffeetrinker trifft mich das schon ein kleines bisschen persönlich. Wochenlang freue ich mich auf genau diesen Moment, und dann das.
Mein Entschluss steht jedenfalls fest: Starbucks hat es sich mit mir verscherzt! Aus Protest wird erst einmal kein Starbucks-Kaffee mehr getrunken. Ob ich das wirklich lange durchhalte? Immerhin gibt es genug gute und vor allem bessere und günstigere Alternativen.Und ein bisschen beleidigt darf man in so einem Moment schließlich sein.
Wir bummeln ein wenig durch die Ess-Stände draußen am Pier. und ich probiere endöich mal eines dieser Dumplings. Ja. lecker. Wenn auch ein wenig fad. Aber mit genug Sweet-Chili-Sosse durchaus genießbar.
Ein weiterer berühmter Ort am Pike Place Market ist die Gum Wall. Eine Hauswand, an der seit den 1990er-Jahren tausende Menschen ihre benutzten Kaugummis hinterlassen. Was einst als kleiner Scherz begann, ist heute eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Seattles. Angeblich kleben dort inzwischen weit über eine Million Kaugummis. Unser Fall ist das allerdings überhaupt nicht.
Ganz ehrlich: ich finde die Gum Wall einfach nur ziemlich eklig. Schon die Vorstellung, dass hier unzählige Menschen ihren durchgekauten Kaugummi an die Wand drücken, löst bei mir nicht gerade Begeisterung aus. Dass daraus eine Touristenattraktion geworden ist, kann ich nur schwer nachvollziehen.
Und überhaupt: Diese ganze Wiederkäuerei ist ohnehin nicht mein Ding. Während andere stolz ihren Kaugummi an die Wand kleben, halte ich lieber ein paar Meter Abstand. Auch wenn wir da mitmachen...und Thomas ebenfalls einen Kaugummi dran klebt...und danach die mitgebrachten Desinfektionstücher aufbraucht.
Ein ganz anderes Gefühl vermittelt dagegen die Waterfront rund um Miner's Landing am Pier 57. Hier geht es deutlich entspannter zu. Restaurants, kleine Geschäfte und der Blick auf den Puget Sound laden dazu ein, einfach ein wenig zu verweilen und das maritime Flair aufzusaugen. Wir essen gut zu Mittag und machen uns auf Richtung Hotel. Wir haben nämlich wieder einmal beim Shoppen zugeschlagen, wir haben nämlich keine Badesachen dabei. Gut, dass es am Pike Place einen Target gibt. So steht dem Poolbesuch heute Nachmittag nichts mehr im Wege. Unser Hotel hat nämlich einen Rooftop-Pool.
Wir haben keine Lust, zum Hotel hochzukraxeln. Wir müssen ja die Hügel wieder rauf, die wir heute morgen gemütlich runter gelaufden sind. Also bestellen wir ein Uber und sind flugs mit den Tüten im Hotel. Da bleiben wir allerdings nicht lange.
Natürlich darf auch das Wahrzeichen der Stadt nicht fehlen: die Space Needle. Der 184 Meter hohe Aussichtsturm wurde zur Weltausstellung 1962 erbaut und ist bis heute das Wahrzeichen Seattles. Von oben hat man einen fantastischer Rundumblick über die Skyline, den Puget Sound, die umliegenden Berge und, bei gutem Wetter, sogar bis zum Mount Rainier. Der Ausblick ist wirklich spektakulär. Allerdings reicht mir der Blick von innen vollkommen aus. Die gläserne Außenplattform? Da hätten mich keine zehn Pferde hinausbekommen. Irgendwann ist dann doch Schluss mit Abenteuerlust. Ich hab ja bekanntlich Höhenangst.
Den Nachmittag lassen wir ganz entspannt am Rooftop-Pool ausklingen. Sonne, Wasser, Skyline und eine kleine Poolparty inklusive, wir schuen aber nur zu. Einen besseren Abschluss für unseren Aufenthalt in Seattle hätten wir uns kaum wünschen können.
Unser persönliches Fazit? Seattle möchte irgendwie Weltstadt sein. Zumindest, wenn man auf die Preise schaut. Die erinnern durchaus an Metropolen wie San Francisco. Und tatsächlich fühlen wir uns durch die vielen Hügel und steilen Straßen stellenweise sogar ein wenig an Frisco erinnert.
Was uns allerdings auffällt: So viele skurrile Gestalten wie hier haben wir während unserer vier Tage in San Francisco nicht gesehen. Seattle zeigt sich eben von vielen unterschiedlichen Seiten. Wir nehmen es mit einem Augenzwinkern und sehen es einfach als kleine Einstimmung auf das, was uns bald wieder erwartet: Deutschland.
Ein Tag voller Eindrücke, großartiger Ausblicke und entspannter Momente am Pool. Ein würdiger Abschluss unseres XXL-Roadtrips, bevor es langsam heißt: Abschied nehmen von unserem geliebten Amerika.
Die Koffer sind fast fertig gepackt, die Wäsche nochmal in unserer eigen Laundry im Zimmer durchgewaschen. Heisst weniger Arbeit, wenn wir wieder zuhause sind. Vor allem T-Shirts sind wieder eine Menge dazu gekommen. Nicht nur als Souvenir, wir tragen sie ja auch.
Und wir geniessen unseren letzten Abend in diesem Mega-Hotel. Wir blicken vom Balkon auf die Skyline und denken voller Wehmut an den Start unserer Reise vor 4 Wochen zurück. Könnte man doch die Zeit zurückdrehen...



















































































































































































































