Roadtrip Olympic Peninsula & 101: Abenteuer 2025

3. Mai 2025

Wir starten ins Abenteuer Roadtrip

Heute geht es endlich los auf unseren Roadtrip. Erstes Ziel soll die Olympic Peninsula sein, die Halbinsel ganz im Nordwesten der USA. Soll eine der landschaftlich vielfältigste Region in Nordamerika sein. Regenwald, Gebirge, rauhe Pazifikküste. Wir sind ziemlich gespannt, was uns erwartet. Vor allem ich, denn wir kommen heute auch nach Forks, das Städtchen, in dem die "Twilight-Saga" spielt.

 

Wir verlassen unser Motel in Buckley und sagen ja, kann man empfehlen. Nette Gastleute, sehr saubere und geräumige Zimmer. Und es war wunderbar ruhig in dem kleinen Örtchen. Und n icht zu vergessen: meine Kaffeebude direkt gegenüber! So, wie wir es mögen. Trotzdem haben wir für uns beschlossen, den Aufenthalt am Ende der Reise hier zu canceln und uns für die letzten Nächte etwas zu suchen, was näher an Seattle dran liegt. Denn Seattle werden wir am Ende der Reise erkunden. Leider kippt damit auch der Besuch am Mount St. Helens, der Vulkan, der in den 1980er Jahren ausgebrochen und einen ganzen Bereich schlimm verwüstet hat. Aber: so gewinnen wir einen Tag mehr unterwegs. 

 

Wir fahren über Tacoma und kommen kurz vor Port Gamble auf die Halbinsel. Und ein kurzes Stück weiter stossen wir zum ersten Mal auf berühmte US-101. Auch Highway 101 oder US State Route 101. Egal wie man die Strasse nennt, sie ist eine der bekanntesten und schönsten Straßen der USA. Sie verläuft entlang der Westküste durch die Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington und erstreckt sich über rund 2.500 Kilometer von Los Angeles bis in die Nähe von Olympia. Oder andersrum, je nachdem, wo man startet. Und die 101 wird uns auf diesem Roadtrip erst einmal ein ganzes Stück begleiten.

 

Die Fahrt führt uns wieder durch schöne Landschaften, und wir sind gefühlt schneller in Port Angeles, als wir denken. In Wahrheit sind wir schon 3 Stunden unterwegs. Wir haben wirklich nicht rumgetrödelt wie sonst immer, aber der ein oder andere Stopp musste einfach sein. Ob man es glaubt oder nicht, hier ganz oben im Nordwesten sehen wir in all den Jahren sogar die ersten Gänseblümchen! 

Lach nicht, aber die sucht man sonst meist vergebens. Das ist uns irgendwann einmal aufgefallen. Offiziell gibt es in den USA sogar den "nationalen Tag des Gänseblümchens". Ehrlich. Am 28. Januar ist "Daisy Day", wie er hier genannt wird. Und nirgends sind die Gänseblümchen zu sehen gewesen. 

Wir haben mal nachgefragt, denn sowas interessiert uns natürlich. Die Antwort war, dass man lieber grüne, gepflegte Rasenflächen vor und hinter den Häusern hat und Gänseblümchen werden da als oder wie Unkraut natürlich entfernt. Jepp, die Rasenflächen kennen wir. Und auch die nette Anekdote, dass es zuweilen Nachbarn gibt, die auf den Knien die Rasengrenzen mit Scheren bearbeiten, damit alles perfekt aussieht. Ja, lieber Tom in Oklahoma, das haben wir nicht vergessen. Angeblich wollen diese Menschen einen perfekten Rasen und Gärten wie in Deutschland. Aha. Na die würden sich wundern. 

 

Port Angeles gefällt uns. Zumindest, was wir so sehen. Ganz ehrlich: der Wettergott meint es mehr wie gut mit uns! Obwohl wir in einer der regenreichsten Regionen der USA unterwegs sind, knallt auch heute wieder die Sonne gnadenlos auf uns runter. Also uns zu heiss zum Bummeln durch den Ort. Aber hier oben ist eine fast mediterrane Atmosphäre, und da Wochenende ist, sieht man immer wieder Familien, die hier ihre Freizeit geniessen. 

Wir stoppennochmal an einer Tankstelle, gönnen nicht nur unserem George eine Erfrischung in Form von ein paar Litern Benzin, sondern auch uns einen leckeren Frappé, der uns im Schatten herrlich erfrischt. Wir sind fast ein wenig verwundert, daß das Benzin in dieser toursitischen Gegend kaum teurer ist, als noch heute morgen in Tacoma. Aber wer weiss...und ein voller Tank ist auf einem Roadtrip nicht unwichtig. Wir wissen ja, daß es noch in eine abgeschiedenere Ecke dieser bis jetzt sehr schönen Halbinsel geht...

 

Von Port Angeles ist eigentlich ein Stopp in Neah Bay geplant. Dort soll es die besten Lobster-Rolls in der Umgebung geben. Hatten wir noch nicht, wollen wir unbedingt mal probieren. Aber. Ich wollte eigentlich nur die Adresse googeln und stelle dabei fest: heute geschlossen. Na bravo. 

Trotzdem beschliessen wir, nach Neah Bay zu fahren. Von dort soll man einen guten Blick nach Kanada haben. WIr verlassen die 101 und fahren statt an der Küste durch Wald und noch mehr Wald. Die Strecke zieht sich ewig und bis Neah Bay ist es noch mindestens eine Stunde länger. Und die müssen wir auch wieder zurück, querfeldein ist nicht. und sonderlich sehenswert finden wir den Abschnitt hier auch nicht. Ich sag ja, wir fahren durch Wald und noch mehr Wald...

So beschliessen wir, an einem Aussichtspunkt zu halten und ein kurzes Stück zum Strand zu laufen. Kanada muss man doch auch von dort sehen…

 

Was wir nicht erwartet haben: der Strand ist rappelvoll mit Surfern! Die Juan-de-Fuca-Straße, so heisst das Stück Wasser zwischen den USA und Kanada, ist auch noch ein Surferparadies. Stört uns nicht, denn wir haben hier tatsächlich den gewünschten Ausblick. Na, geht doch. Übrigens ist dann dieser Stopp tatsächlich der nördlichste Punkt unserer Reise.

 

Gott sei Dank müssen wir nicht wieder den ganzen Weg zurück, nur ein bißchen. Unser Navi kennt mal wieder eine Abkürzung. Nicht zum ersten, und sicher auch nicht zum letzten Male. Und das ist immer so eine Sache…wir haben schon das ein oder andere mal geflucht. Aber uns auch genauso oft gefreut. So wie heute. 

 

Die Bergstrasse, die unser Navi ausgesucht hat, führt uns zu einem wunderschönen See, dem Lake Crescent. Na, das hat sich doch gelohnt! Riesengroß (wie fast alles hier in den USA) und klares, blaues Wasser. Hammer! Ein Stopp, mit dem wir nicht gerechnet haben. Roadtrip eben. Irgenwann stoßen wir wieder auf die 101, die noch ein gutes Stück an diesem wunderschönen See entlangführt und hier haben wir dann auch endlich Gelegenheit, anzuhalten und den Blick auf den See zu genießen. Vorher waren sämtliche Parkplätze komplett belegt. Naja, es ist ja Wochenende..

 

Die weitere Strecke ist schön, aber nicht mehr so spektakulär wie die am See. Aber sie bringt uns nach Forks. Das sollte eigentlich ein kleines Highlight für mich sein, denn ich bin hier im "Twilight"-Land! Was soll ich sagen? Vielleicht liegt es am heißen Wetter, dass uns mittlerweile echt zu schaffen macht, oder an der Tatsache, dass die "Twilight-Saga" ja nun auch schon ein paar Tage alt ist? 

Klar, die Saga lebt hier irgendwo weiter. Das Museum hat heute geschlossen. Das mit den ganzen Requisiten und so…muss man ja sehen, oder!? Schade finde ich das schon. Nun, dann in den Shop. Na danke, also ich hab nichts gegen Nippes und Kitsch, aber das war selbst für mich zuviel des Guten. Oder zu wenig, denn was draußen so groß beworben wurde, war dann ein kleines Eckchen mit China-Kitsch. Und das unterstütz ich nicht, wenn ich es vermeiden kann. Und hier kann ich. 

Thomas entdeckt noch einen  Laden, und ich muss mit, ob ich will oder nicht. Eigentlich will ich nicht...

Und dieser Shop ist dann doch ein kleines Highlight! Etwas Requisite, Fotomöglichkeiten. Na wenigstens etwas. Und ein Shirt "Made in the USA", das ist uns wichtig. Gekauft! Wir bummeln durch die Hitze zurück zum Auto, auf noch mehr Drehortbesichtigungen habe ich keine Lust mehr. Es gibt zwar eine Karte, auf denen die "wichtigsten" Punkte eingezeichnet sind, aber mir ist es zu heiss und so ein bißchen Jetlag spielt auch noch eine kleine Rolle. Aber zu einem Drehort fahren wir noch, nämlich zu dem, der für heute auch unser Zuhause sein wird. Der Strand La Push!

 

In und um Nationalparks sind natürlich die Übernachtungskosten höher wie außerhalb. Allerdings wäre es von der Planung her nicht anders gegangen, als hier zu übernachten. Die Strecke war heute schon recht lang und wir wollen ja auch mehr sehen, wie nur Straße, auch wenn es ein Roadtrip ist. So viele Straßen zum Abkürzen und Orte mit Übernachtungsmöglichkeiten auch nicht. 

Ursprünglich wollten wir direkt in Forks übernachten, dafür hätten wir auch ein wirklich sehr, sehr einfaches Motel genommen. Auch schon teuer genug. Und, zumindest von den Fotos her, sehr einfach und alt. Aber Hauptsache sauber, ist da unsere Devise. Für eine Nacht wäre es ok gewesen.

Da wir aber immer mit kostenloser Stornooption vorbuchen, schauen wir natürlich, ob es zwischenzeitlich nicht etwas anderes/besseres/günstigeres gibt. Und was soll ich sagen?

Plötzlich gab es ein Angebot etwa 20 Minuten von Forks entfernt am Strand La Push. Für einen "günstigeren" Preis als das einfache Motel in Forks. Wir werden also heute in einem kleinen Studio fast direkt am Pazifik mit Blick aufs Meer schlafen im Quileute Oceanside Resort (330 Ocean Drive, La Push, WA 98350) und zahlen für die eine Nacht ohne Frühstück trotzdem noch umgerechnet 160€.

 

Und so besuchen wir La Push nicht nur, wir schlafen sogar dort! Das Resort liegt im Reservat der Quileute und wird auch von ihnen betrieben. Es gibt hier kein Internet, keinen Telefonempfang und auch keinen Fernseher. Ok, wir haben uns dafür ein paar Filme aufs Tablet geschmissen, so ganz ohne einschlafen ist nichts für uns.

 

Wir haben den Besuch echt genossen. Wir beziehen ein tolles Zimmer, ich hatte noch  nie einen Tritt, um ins Bett zu kommen, so hoch ist die Matratze. Aber unendlich bequem und...direkt vom Bett hat man den schönsten Ausblick direkt auf den Pazifik. Unbezahlbar! Waren wir gerade noch müde und wollten dem Jetlag eine kleine Chance geben? 

Nach einem Kaffee auf unserem Balkon ist die Müdigkeit wie weggeblasen. Wir machen einen wunderschönen Strandspaziergang, denn als Gäste des Resorts dürfen wir kostenlos auch auf den First Beach, der zum Reservat gehört. Sonst zahlt man eine Parkgebühr. Für uns der schönste Strand, den wir an der Pazifikküste gesehen haben. Und der Spaziergang endet mit einem grandiosen Sonnenuntergang. Ok, dafür wurde es dann auch richtig kühl und wir haben uns den Hintern abgefroren. Aber der Anblick war es wert.

 

Zum Abendessen haben wir den angepriesenen Southwest Salat gegessen, den wir gut gekühlt in unserer neuen Kühlbox hierher gebracht haben. Eine Portion hat für uns beide gelangt, und wir haben uns ein wenig geärgert, nicht doch irgendetwas dabei zu haben, was wir in unserer voll ausgestatteten Küche schnell zubereitetkonnten. fLecker war der Salat nicht. Satt geworden sind wir. Fazit: kaufen wir nicht nochmal. Da war der kleine Salat im Santa Fe-Style von gestern viel viel besser. Aber Geschmäcker sind verschieden...

 

Auch wenn es schon dunkel und verdammt kühl ist. Wir sitzen noch lange eingemummelt in Decken auf unserem Balkon und geniessen das Rauschen des Pazifiks. Sternenhimmel ist uns nicht gegönnt, denn es ziehen Wolken auf. Trotzdem ist es ein wunderschöner Abend. 

 

 

 

 

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