Route 66 - die Reise unseres Lebens
LA - die Stadt der (gefallenen)Engel
Los Angeles, zweitgrößte Stadt der USA mit Stand Jahr 2021 3.849 Millionen Einwohnern. Nur in der Stadt, alle Ecken zusammengenommen. Im Grossraum LA leben etwas mehr, ca. 12 Millionen Menschen.
LA polarisiert. Einerseits sind viele Menschen total begeistert, auf der anderen Seite gibt es aber auch genau so viele Menschen, die LA nicht mögen. Wir stehen da irgendwo mittendrin.
LA war nicht unser Wunschziel. Hätten wir es uns aussuchen können, dann hätte LA auf der Liste der Wunschziele sicher eher ziemlich unten rangiert. Es war uns nunmal aber als Ziel am Ende der Route 66 vorgegeben. Genauso wie der Startpunkt Chicago. Darauf hatten wir uns aber sehr gefreut.
LA ist berühmt. Bekannt. Nagut, und wenn wir sowieso schon dort sind, schauen wir es uns auch an. Hotspots gibt es schliesslich genug, auch wenn unsere Zeit tatsächlich nur für die sicher typischsten Touri-Ziele reicht. Einerseits leider, andererseits waren wir auch froh, daß LA quasi für uns fertig war. Trotzdem müssen wir nach etwas Abstand sagen: ja, wir würden durchaus nochmal hin. Vieles haben wir nicht gesehen, einfach, weil die Zeit dann doch zu kurz war. Und manches haben wir erst vor Ort bzw nach unserer Reise erfahren, was wir vielleicht auch noch oder stattdessen hätten ansehen wollen.
Vor und während unserer Reise gab es immer wieder die sich wiederholende Meinung, dass die Stadt einfach furchtbar sei. Durch die Route 66 war uns das Ziel aber nunmal vorgegeben, und wenn wir schonmal da sind, dann versuchen wir auch, so viel wie möglich zu sehen. Und vor allem wollten wir uns trotz aller mittlerweile aufkeimenden Zweifel selbst ein Bild machen.
Das Auto lassen wir in LA erstmal stehen. Wir nehmen die Öffentlichkeit zum Sightseeing, ist gar nicht mal so kompliziert und definitiv entspannter als mit dem Auto. Den Verkehr hier müssen wir uns nicht mehr wie nötig antun. Zumal die Parkplatzsuche auch noch eine Rolle spielt, nebst den dazugehörigen Preisen.
Die Fahrt mit den öffentlichen kostet 1,75$ pro Einzelfahrt innerhalb von 2 Stunden: Dazu gibt es eine sogenannte TAP-Card, die man mit einem maximalen Betrag aufladen und bei jedem Einstieg durchziehen kann. Der 7-Tage-Pass für 25$ lohnt sich für uns nicht, weil wir ja auch um LA rum unterwegs sein wollen. Ist aber auch eine gute und günstige Sache, wenn man hier in LA ohne Auto unterwegs sein und sich etwas länger hier aufhalten möchte. Das System ist recht einfach zu verstehen, Bus- und Metrohaltestellen gibt es ausreichend. Zwar kann man mit einer Linie nicht immer ein Ziel erreichen, aber auch die Umsteigemöglichkeiten sind vielfältig und Hilfe bekommt man wirklich von jedem, der mitbekommt, dass man gerade nicht so wirklich weiterweiß. Mehr Infos findet man hier:
Öffentliche Verkehrsmittel LA
Gewohnt haben wir in einem Motel in Santa Monica. Kleine Cottages zwischen den Hochhäusern, ein Supermarkt mit Kaffeebude direkt um die Ecke. Wir brauchen keinen 5-Sterne-Bunker, wo man aufpassen muss, was man anhat und in dem wir sowieso nur zum Schlafen sind. Die Cottages sind einfach aber super sauber und für 2 Personen mehr wie ausreichend Platz. Kostenloser Parkplatz im Tetris-Style, der Manager hatte das aber perfekt im Griff. Es war nicht unsere erste Wahl, aber definitiv die bessere. Es lohnt sich immer wieder aus, mit kostenloser Stornierungsoption zu buchen und die Bewertungen zu beobachten. Unsere erste Buchung in Hollywood haben wir aus Sicherheitsgründen storniert, denn wie wir auch andere Reisende unterwegs berichtet haben, ist es ab Einbruch der Dunkelheit in Hollywood weder draussen noch im Hotel sicher!
Ein Heikles, nächstes Thema. Wir möchten niemanden verurteilen und nahetreten. Dass es in der zweitgrößten Stadt der USA vielleicht mehr Obdachlose gibt wie in anderen Städten, ist sicher logisch. Aber in anderen Städten geht man scheinbar ganz anders mit der Situation um. Bis LA sind wir nicht einmal angebettelt oder aggressiv angeschrien worden, nur weil wir zufällig auf der gleichen Seite des Bürgersteigs waren. Ja, sie wissen es nicht, was sie tun könnte, könnte man sagen. Ist sicher auch so. Und persönlich waren wir sicher auch nie gemeint. Aber schön ist diese Situation nicht.
Ein großes Problem in LA sind die zahllosen Junkies. Sie sind ein Sicherheitsproblem und darunter leiden auch viele Geschäftsleute. Nicht umsonst gibt es hier in und vor vielen Geschäften und Hotels ständig anwesende Sicherheit. Gegenden meiden ist leider nicht so einfach, denn mittlerweile treiben sie sich durch fast jedes Viertel. Der Rat war immer: wenn man angepöbelt oder angebettelt wird: ignorieren und weitergehen. Ist mal keine Sicherheit in der Nähe, die wirklich immer sofort eingreift: Abstand halten und 911 wählen. Mitunter auch ein Grund, warum wir nicht am Abend unterwegs waren.
Unser persönliches Fazit: Für uns ist LA nicht die Stadt der Engel, es ist die Stadt der gefallenen Engel. Und LA ist sicher nicht das Highlight in den USA. Aber es gibt schöne Ecken und gesehen haben wir lange noch nicht alles. Die freundlichen hilfsbereiten Menschen überall, die auch viel Wett machen.
Unsere Meinung nach sind 5 Tage definitiv 2 zu viel, wenn man nicht auch die Umgebung sehen möchte.
Noch ein Wort zum Thema Freizeitparks: die haben wir bewusst nicht besucht! Universal Studios hätten wir vielleicht in Erwägung gezogen, wenn wir noch ein oder 2 Tage länger in LA gewesen wären. Aber auch hier gilt: Geschmäcker sind verschieden. Aber wir sind nicht jede Woche hier und wie heisst es so schön: Reisen bildet. Uns ist die Erweiterung unseres geistigen Horizonts ein wenig wichtiger. Darum reisen wir. Und dazu gehört für uns garantiert kein Besuch in einem Freizeitpark. Geld und Zeit waren uns da obendrauf auch definitiv zu schade.