16. Mai 2025
Jackpot in Jackpot?
Es geht heute nach Idaho. Ziel Idaho Falls. Noch einmal durch Nevadas Norden, bevor es in Jackpot über die Grenze geht. Richtig gelesen. Die kleine Siedlung an der Grenze zu Idaho heisst wirklich so. Natürlich ist ein Stopp hier fest eingeplant.
Wir starten früh in Ely, Nevada. Vor uns liegt eine lange Strecke. 430 Meilen, in Kilometern sind das gut 675. Das ist, als würden wir von unserem Zuhause in Deutschland mal eben kurz nach Rosenheim fahren.
Das erste Stück von Ely bis zur Abzweigung Highway 93/alternative 93 kennen wir ja schon aus 2024. Schöne, aber sehr einsame Landschaft, und es ist kühl. Ja, wir kommen jetzt weiter nördlich und da sind die Temperaturen weniger warm. Also heute wieder lange Jeans statt Shorts und Socken und feste Schuhe statt barfuß in Sandalen.
Wir machen noch einen kurzen Stopp, bevor wir in neue Gefilde aufbrechen. An der Abzweigung ist ein Parkplatz und wir werden schon fröhlich winkend von 3 Bikern begrüsst. Das ist hier einfach so. Und kommen natürlich ins Plaudern. Wo man herkommt, wo man hin möchte. Die drei sind mir ihren Harleys aus dem oberen Idaho, fast an der Grenze zu Kanada, unterwegs nach Las Vegas. Und fragen uns aus Deutschland, wie es dort so ist. Sie selbst waren dort noch nie, und wollen auch rüber nacch Arizona. Und so versorgen wir uns gegenseitig mit Tipps und besetn Wünschen für die Weiterfahrt und werden uns wahrschienlich nie weider sehen. Aber genau das sind die Momente, die einen Roadtrip ausmachen.
Für uns geht es weiter, nächster Stopp in 78 Meilen! Unterwegs keine Restarea, kein Parkplatz, Auch hier an der 93 North ist die Landschaft wenig anders, als bis zur Abzweigung. Abner wer meint, das wäre langweilig, der irrt. Also wir finden es nicht langweilig. Es gibt immer etwas zu sehen und wir sind schneller wie gefühlt in Wells. Hier kreuzt die Interstate 80 den Highway 93 und es gibt ein paar Tankstellen und nartürlich ein Casino! Typisch Nevada-Style. Für uns gibt es einen frischen Kaffee und Pipi-Pause, schon sind wir wieder im Auto. Es weht nämlich ein ziemnlich kalter Wind. Wir sind gespannt, wie das Wetter sich entwickelt, denn für heute ist ziemlicher Sturm auf unserer Rote angesagt.
Eine weitere Stunde später sind wir dann tatsächlich in Jackpot. Ursprünglich wollten wir hier übernachten, wenn wir von Crson City die INterstate genommen hätten. Aber haben wir ja nicht. Wir steuern das erste Casino an, und suchen unsere Glücks-Slotmachine. Seit unser Glückssträhne in Reno nehmen wir nur noch Planet Moolah. Die ist lustig anzusehen und ja, wirft den ein oder anderen Gewinn ab. Aber in Bartons Club 93 werden wir nicht fündig. Also geht es noch rüber zu Cactus Pete. Und was sollen wir sagen? Hier warten unsere Kühe in Raumschiffen. Wir setzen noch zum letzten Mal hier in Nevadad 10$ ein…und gehen mit über 90$ Gewinn hier raus. FDür uns also ein kleiner Jackpot in Jackpot! Da wir nie viel setzen, ist so ein „kleiner“ Gewinn schon ein Riesenerolg!
Viel zu sehen gibt es ansonsten in Jackpot nicht. Also machen wir uns auf den Weg nach Idaho. Aber nicht, ohne noch einmal Fotos an den Welcome-Signs zu machen. Und dann sind wir in unserem 5. Bundesstaat unserer Reise angekommen. Und in einer neuen Zeitzone, denn Idaho liegt in der Mountain Standard Time Zone. Und unsere Uhren stellen sich prompt eine Stunde vor. Zack, ne Stunde weg! Und wir „hinken“ Deutschland nur noch 8 statt 9 Stunden hinterher. Die fehlende Stunde wird uns heute aber noch wirklich fehlen…
Unser erster wirklicher Stopp sind die Shoshone Wasserfälle bei dem Städtchen Twin Falls. Wir fahren die nächste Stunde durch die unterschiedlichsten Landschaften. Wie immer gefühlt hinter jeder zweiten Kurve was anderes. Mal karge Landschaft, also Berge und Weiten mit Büschen und anderem Grünzeug, was wir nicht identifizieren können. Dann wieder weite Felder, soweit das Auge sehen kann. Aber alles in allem immer noch wenigstens hügelig. Dann Felsformationen. So hatten wir uns Idaho gar nicht vorgestellt. Und je näher wir an Twin Falls herankommen, umso mehr Landwirtschaft sehen wir. Eine Ranch nach der anderen.
Unser Navi führt uns immer weiter in den Ort. In unserer Vorstellung war Twin Falls allenfalls eine größere Ansiedlung, Bevölkerung hauptsächlich Indianer. Und nein, das ist nicht falsch. Sie nennen sich hier selbst so und auch die Reservate sind mit „Indian Reservation“ ausgeschildert. Komm mir bitte also keiner mit „political correctness“ um die Ecke. Ich rede weiter, wie mir der Schnabel gewachsen ist.
Twin Falls ist tatsächlich relativ groß, etwa 55.000 Einwohner. Und die wohnen in tollen Häusern, wie wir bei der Fahrt durch die Viertel feststellen. Na das hochwohlgeborene Volk im Meerer Busch kann da aber gepflegt vor Neid erblasssen…Denn schön ist es hier. Aber bitte wo sollen die Wasserfälle in diesem doch mittlerweile sehr flachen Land sein? Das Navi irrt sich nicht, die Hinweisschilder zeigen in die gleiche Richtung.
Und dann liegt plötzlich ein Canyon vor uns. Einfach so. Wir sind platt. Damit haben wir nun gar nicht gerechnet. Wir schlängeln uns eine enge Strasse hinunter, zahlen 5$ Eintritt für das ganze Fahrzeug und werden auf einen Parkplatz geleitet.Und nach einem kurzen Fußmarsch liegen sie vor uns,. Shoshone Falls. Was ein Anblick! Insgeheim werden diese Wasserfälle aucch die Niagara-Fälle des Westens genannt. Und wie wir finden, nicht zu unrecht. Von verschiedenen Aussichtspunkten schauen wir sie uns an und lassen uns von der Gischt nass spritzen. Herrlich. Aber leider auch schnell vorbei, das Vergnügen. Viele Menschen machen hier Picknick, wäre eigentlich auch keine schlechte Idee gewesen. Und das mit diesem Ausblick…
Aber wir haben andere Pläne. Wir wollen jetzt endlich in das so viel gepriesene „Texas Roadhouse“ zum Essen. Denn wir haben nicht nur Hunger, zum Frühstück gab es eine Banane, wir haben mittlerweile recherhieret und gesehen, hier in Twin Falls gibt es eines. Und diesmal nicht auf Militärgebiet!
10 Minuten Fahrt und 5 Minuten Warten…und wir sitzen am Tisch. Freundliche Bedienung, wie immer sehr schnell. Wir möchten aber gerne noch in die Karte schauen. Wir bekommen frisches, warmes Brot und die berühmte Butter. Ok, zimtig, aber nicht zu stark. Zimt ist bei uns persönlich weniger stark im Gebrauch, es sei denn zur Adventszeit. Aber der absolute Hype, wie viele sagen, ist die Butter für uns nicht. Die Bedienung kommt nach ein paar Minuten mit unseren Cola wieder, wir bestellen Cactus Blossom als Vorspeise und jeder von uns ein kleines Steak als Combo. Thomas mit Ribs, ich mit Shrimps. Beilagen sind auch dabeii, jedoch nicht so erwähnenswert. Lecker, aber nichts Besonderes. Aber das Fleisch und die Shrimps waren sagenhaft gut. Da ich Steak normalerweise medium rare esse, plötschert in einem weniger guten Steakhaus noch mächtig Saft aus dem Steak. Dieses hier: kein Tropfen, und so muss es sein. Mir läuft beim Schreiben wieder das Wasser im Mund zusammen. Auch unsere, wie wir es nennen, explodierte Zwiebel war wirklich lecker. Lediglich das Dip hätte weniger Senflastig sein dürfen. Aber. Die amerikanischen Portionen sind für unsere Mägen definitiv zu gross. Und so haben wir nicht nur heute gut zu Mittag gegessen, wir werden von den Resten auch noch mal morgen satt.
Fazit. Das Essen im „Texas Roadhouse“ ist wirklich gut und bezahlbar. Wir haben mit Tipp gerade 80$ bezahlt, das würden wir in einem deutschen Restaurant mit zwei Personen auch bezahlen. Aber. Wir sind keine Freunde amerikanischer Restaurants. Definitiv zu laut, so war es auch hier. Die Bedienung war hier nicht zu aufdringlich und wir konnten an einem Terminal am Tisch bezahlen. Auch prima. Also auch von uns eine Empfehlung.
Und weiter geht es. Es sind noch über 2 Stunden bis nach Idaho Falls, unserem heutigen Ziel. Stopps sind keine mehr eingeplant und wir halten auch nur noch zum Tanken, Pipi und Kaffee. Den brauchen wir nach der langen Fahrerei. Langsam wird es unangenehm. Es kommt immer mehr Wind auf. Genau davor hat unsere Wetterapp und auch die offizielle App der FEMA gewarnt. Etwa 20 Minuten vor unserem Ziel weht so viel Staub über die Interstate, dass die Sicht ziemlich eingeschränkt ist. Aber alle fahren vorsichtig mit genügend Abstand zum Vordermann. Und nach wenigen Minuten ist der Spuk vorbei. Und wir in Idaho Falls angekommen.
in Idaho Falls werden wir tatsächlich 2 Nächte bleiben. Denn von hier sind es nur etwa 2 stunden bis Jackson in Wyoming, das Tor zum Grand Teton Nationalpark. Und den wollen wir morgen erkunden.
Alternativ hatten wir nach einer Unterkunft in Jackson geschaut…alter Falter, nichts unter 200 € für eine Nacht. Ok, Nähe zum Nationalpark und Wochenende. Aber mal ehrlich…ne, da fahren wir lieber eine Riesenrunde. Wir wollen ja was sehen. Das heisst nun für uns: wir werden 2 Nächte in Idaho Falls bleiben und direkt am Snake River schlafen. Und zwar im Comfort Suites Idaho Falls (475 River Parkway, Idaho Falls, 83402). Wir hätten mit mehr gerechnet, zahlen aber tatsächlich nur 230€ für beide Nächte. Mit Frühstück, Balkon und Blick auf die Wasserfälle.