6. Mai 2025
Bei Sonnenschein kann ja jeder…
Wir haben das Wetter immer im Blick. So auch heute. Und der Wetterbericht sagt für die Küste Oregons eine dicke Wolkendecke und Schauer voraus. Beim wirklich guten Frühstück mit frischen Waffeln in unserem Motel, beratschlagen wir, was wir machen sollen. Wirklich Lust auf schlechtes Wetter haben wir nicht, für die Küste Oregons haben wir uns keine festen Ziele gesetzt, die wr unbedingt sehen wollen. Dafür umso mehr in Kalifornien, unserem nächsten Bundesstaat.
Also beschliessen wir, heute schon nach Kalifornien zu fahren und Salem nicht in Richtung Küste sondern über die Interstate 5 zu verlassen und ordentlich Strecke zu machen. Ziel irgendwo in Kalifornien. Ein Motel haben wir noch nicht.
Wir kommen wirklich gut voran und nach knapp 2 Stunden legen wir eine Pause ein. Unterwegs hing jeder in seinen Gedanken und wir bringen zu Sprache, was wir beide gedacht haben: so ganz ohne einen Blick auf die Küste zu werfen, ist eigentlich auch schade. Auch wenn wir keinen festen Plan hatten, sehen wollten wir ja doch was. Der nächste Blick auf den Wetterbericht verspricht dann zumindest keinen Regen mehr.
Wir verlassen die I-5 in Roseburg und fahren Richtung Küste. Und allein die Fahrt hat sich schon gelohnt. Sie führt uns durch die Berge in Central Oregon, genauer gesagt durch die Myrtle Woods. Eine richtig schöne Fahrt war das und natürlich meldet sich meine Blase mal wieder unterwegs.
So halten wir in Myrtle Point. Den Ort kennt wahrscheinlich niemand, aber wir waren mal da. Gott sei Dank. Denn wir haben ein typisches, amerikanisches kleines Städtchen mitten in den Bergen gefunden, was jedem Klischee entspricht.
In dem wahrscheinlich einzigen Supermarkt in Myrtle Point finden wir nicht nur eine öffentliche Toilette, sondern auch noch das ein oder andere Lebensmittel für unterwegs und frischen Kaffee. Im Geschäft selbst empfinden wir eine spezielle Atmosphäre, die wir uns so nicht erklären können. Auf dem Parkplatz schauen wir uns nochmal das Schild des Supermarktes an. Tatsächlich ist es ein von Angestellten geführter Supermarkt. Das werden wir noch häufiger sehen auf unserer Reise und diese Geschäfte haben eines gemeinsam: sehr sauber, sehr aufgeräumt und überall freundliche Mitarbeiter, die nicht nur grüssen sondern auch beobachten, ob man etwas sucht. So schnell, wie man hier ungefragt Hilfe bekommt sind deutsche Verkäufer eher verschwunden, als anwesend. Zumindest, wen man sie mal braucht. Das macht also diese spezielle Atmosphäre aus.
Durch die schönen Hügel und über eine enge Strasse sind wir vielleicht eine gute Stunde später an der Küste angekommen, genauer gesagt in Bendon. Fast unebemerkt hat uns die Strasse hierher geführt und wir sind ehrlich…was wur sehen, haut uns nicht vom Hocker. Fast denken wir, wir sind irgendwo an der Nordseeküste gelandet. Ein paar Imbißbuden, Ramschläden mit den typischen Sachen, die man sicher ganz unbedingt für einen Tag am Strand braucht. Spielzeug, Luftmatratzen, aufblasbare Gummitiere. Ich sags ja, wie an der Nordseeküste in Holland. PArken, um sich das alles noch genauer anzusehen wollen wir nicht, also also fahren wir einfach weiter. Der ein oder andere Stopp an den Scenic Outlooks entlang der 101, auf die wir wieder gestossen sind machen wir natürlich. Auch die Fahrt selbst führt uns durch teils ziemlich spektakuläre Abschnitte. Bei Sonnenschein sicher richtig schön, aber man kann nicht alles haben. Und wir können zwar mit bewölktem Himmel aber ohne Regen einige Blicke auf die doch schönen Strände in Oregon geniessen. Aber mit La Push oben in Washington kann dann doch keiner mithalten…
Brooking ist quasi der Grenzort zu Kalifornien und wir suchen das Visitor Center. Die beiden älteren Damen, die die Gäste begrüssen und mit aallerlei Informationen zu Oregon und kostenlosem Kaffee versorgen, sind wirklich rührend. Aber warum muss ich an die „Golden Girls“ denken? Wir erfahren dann, daß das „Welcome to Oregon“-Sign direkt eine halbe Meile weiter an der 101 an der Grenze zu Kalifornien steht. Na dann, nichts wie hin… der und endlich haben wir ein Beweisfoto, daß wir auch mal hier waren. Hier in Oregon. Und es ist sogar ein schönes Schild, was da auf uns wartet. Da hat sich das Warten doch gelohnt.
Das war es mit unserem Bescuh in Oregon. Aber so im Nachhinein müssen wir hestehen, daß das auf der Reise der Staat ist, der uns am wenigsten abgeholt hat. Wir sagen nicht, daß es uns nicht gefallen hat. Wir haben lange nicht alles gesehen, und unser Besuch an der rauhen Küste fiel wetterbedingt sehr kurz aus. Und ja, wir haben wirklich schöne Landschaften entdeckt und durchfahren. Aber unser Herz schlägt dann doch eher für andere Staaten.
Natürlich steht auf der anderen Seite der Strasse auch noch ein Schild, daß die Besucher in Kalifornien willkommen heisst. Das ist hier so in den USA. Eine schöne Sitte, finden wir.
Und auch wenn wir nun zum bereits 4. Mal in Kalifornien sind, hatten wir auch dort noch nie so ein schönes Welcome-Sign…also wieder ein Foto mehr.
Kalifornien gehört bisher nicht unbedingt zu den Staaten, die wir favorisieren. Städte wie Victorville und Los Angeles haben uns absolut nicht gefallen und uns ein wenig den Spass an Kalifornien genommen. Vielleicht liegt es aber auch daran, daß Kalifornien zum absoluten Mainstream-Reiseziel der Deutschen mutiert ist. Und so verzichten wir bewußt auf die typuschen deutschen Ziele wie Yosemite und Sequoia, auch wenn es dort sicher ganz hübsch ist. Und irgendwann werden wir sicher auch mal San Diego ansteuern. In ferner Zukunft.
Bei diesem Besuch in Kalifornien wollen wir den Norden ein wenig erkunden. Der soll nämlich um einiges schöner sein als der Süden. Und ja, auch wir machen ein wenig mit beim Mainstream. Denn von San francisco kennen wir bisher nur den Flughafen. Und die berühmte Stadt ist das südlichste Ziel unserer Reise. Aber bis dahin jaben wir noch zwei Tage und Nächte. Wir wollen ja nicht hetzen.
Von unterwegs haben wir ein Motel in Crescent City gebucht. Und als wir ankommen merken wir: ein echter Glücksgriff! Vor allem, wenn wir an das in Salem zurückdenken. Wir können nicht nur gemütlich vor unserem Zimmer den Tag ausklingen lassen, wir bekommen sogar 24/7 kostenlos Kaffee. Für mich das absolute Highlight.
Das Zimmer ist groß, gemütlich eingerichtet und sehr sauber. Mehr brauchen wir nicht. Falls mal jemand in die Gegend kommt: wir können es nur empfehlen! Bayview Inn Motel, 310 US Highway 101 S, Crescent City, CA 95531 Für 1 Nacht haben wir umgerechnet knapp 75€ bezahlt.
Viel passiert nicht mehr, die Waschmaschine läuft zum ersten Mal auf unserer Reise. Man kann ja nicht nur alles neu kaufen. Währenddessen essen wir kurz bei „Jack in the Box“ und danach lassen wir den Tag wie wir es lieben ausklingen. Gemütlich vor unserem Motel auf einer Bank, ich mit dem Tablet auf den Knien und einem leckeren kalten Kaffee von der wohl berühmtesten Kaffeekette. Erinnerungen einfangen. So wie jetzt. Sehr ereignisreich war es heute nicht. Unverhofft und dank des Wetters ein typischer Fahrtag. Aber auch die gibt es auf einem Roadtrip. Manchmal muss man einfach nur Strecke machen. Dafür freuen wir uns auf den morgigen Tag. Es geht in die Redwoods!