Route 66: Lebanon – OYO-Ausfall & Munger Moss

Route 66 - die Reise unseres Lebens

Eine böse Überraschung in Lebanon

Eine letzte entspannte und ruhige Nacht in StL, dann machen wir uns auf den Weg. Etappe 4 steht an, heutiges Tagesziel wird Lebanon, MO sein. Etwa 180 Meilen.

Gewohnt haben wir in StL im Clayton Plaza Hotel. Und eine klare Empfehlung! Supernettes und hilfsbereites Personal, die Zimmer in erstklassigem Zustand. Und: das beste Frühstück, was wir jemals in einem Hotel in den USA hatten! Wir bereuen keinen Cent und werden noch einmal nach StL kommen, dann garantiert nur mit Aufenthalt hier.

Wir machen uns auf den Weg und düdeln erstmal durch schöne Vororte von StL. Ziel ist nämlich Ted Drewes Frozen Custard. Spezielles Eis, Kult an der Route 66. Hatten wir vorher nicht geschafft. Leider machen viele Läden immer sehr spät auf, deshalb gab es nur ein paar Fotos von aussen. Aber hier stoßen wir wieder direkt auf die Route 66, die uns aus StL hinausführt.

In Eureka ein kurzer Stop an einer alten Brücke. Die US Route 66 Bridge über den Meramec River im Route 66 State Park wurde 1931 gebaut. Der Brückenbelag wurde 2010 entfernt, um die Stützstruktur zu erhalten, indem das Gewicht des alternden Fachwerks verringert wurde. 1999 gründete man den Route 66 Park. Zahlreiche Wander- und Fahrradwege durchziehen die Landschaft. Auf dem Fluss werden Kajak-, Kanu- und Raftingtouren angeboten und auf den Camping-Plätzen lässt es sich direkt am Fluss übernachten.

Das Besucherzentrum befindet sich im Old Steiny's Inn, einem ehemaligen Hotel aus dem Jahr 1935.

Weiter durch Pacific. Missouri hat für schöne Orte in wunderschöner Landschaft sehr wohlklingende Namen. Apropos Pacific: Von weitem sieht man am Rande ein Tipi. Hier sollte man auf gar keinen Fall einen Halt machen. Es handelt sich um den Indian Harvest Trading Post, natürlich ein Laden voller Ramsch und Nippes. Betrieben wohl von Natives, die ihrem Ruf leider alle Ehre machen. Wagt man es auch nur ein Foto von dem Tipi zu machen, wird man direkt zur Kasse gebeten. Und zwar nicht auf die freundlichste Art und Weise. WC-Benutzung gibt es dort wohl auch nur gegen einen Obulus von nur 10$. Also macht es wie wir: Warnung in mittlerweile vielen Foren und auch Reiseführern beachten und weiter fahren. Solch eine Begegnung braucht niemand.

Auch weiter über St. Clair, Stanton und Bourbon nach Kuba.

In St. Clair „mussten“ wir dann die Abkürzung über eine Tankstelle nehmen…die berühmten Hot & Cold Water Towers wären sonst wegen der Baustelle gar nicht erreichbar gewesen.

Das Jesse-James-Wax-Museum in Stanton ist leider geschlossen, wohl schon etwas länger. Also nur ein kurzer Halt und weiter Richtung Bourbon.

Kuba soll DER Ort sein mit den meisten und schönsten Wandgemälden und auch sonst sehr sehenswert. Aber – wie so vieles ist auch das Ansichtssache und so ging es für uns schnell weiter zu Fannings 66 Outpost und dem größten Schaukelstuhl der Welt. Ein schöner Laden, sehr sehr nette Menschen, verschiedenste Popcorngeschmäcker bekommt man hier und natürlich einen Stempel in unserem Passport.

Wir fahren weiter durch typisch amerikanische kleine Örtchen und durch schöne Landschaften. Die grünen Hügel von Missouri sagt man, und wir wissen jetzt auch warum. Missouri ist sehr schön. Und relativ günstig. zumindest, was das tanken und rauchen angeht. Zum Zeitpunkt unserer Reise hatte Missouri nämlich die geringsten Benzin- und Tabaksteuern in den USA, so dagte man uns.

Und dann sind wir ein Devils Elbow. Die dortige Bar Elbow Inn, eröffnet 1929 als Sandwich-Stop, gilt als das älteste durchgehend betriebene Gebäude an der Route 66. Und nun ist es geschlossen. Wegen Renovierungsarbeiten. Wir machen auch hier nur ein paar Fotos und legen auf der anderen Seite des Flusses einen kleine Stopp ein.

Dann geht es weiter nach St. Robert. Zur Uranus Fudge Factory. Also da, wo es angeblich den -wie könnte es anders sein- besten Fudge der Welt gibt. Fudge ist eine weiche, cremige Süßigkeit. Gibt es in allerlei Geschmacksrichtungen von normal und gut über sehr ungewöhnlich bis eklig. Alles hat aber etwas gemeinsames: sehr, sehr süß. Natürlich lassen wir es uns natürlich nicht nehmen, dort einen Stopp einzulegen. Von außen erinnert es einen an ein Mini-Phantasialand, aber Picnictische gibt es. Somit endlich ein kleiner Mittagssnack. Und danach betraten wir einen riesigen Geschmischtwarenladen. Wie so oft auf der Reise werden wir ziemlich erschlagen von den Eindrücken. Und dem Lärm. Aber lustig anzusehen ist es, und Fudge haben wir natürlich auch gekauft. Ob man dort unbedingt wieder hin muss? Auch uns reicht es einmal. Da gibt es schönere und bessere Orte.

Weit ist es nicht mehr bis Lebanon, unser heutiges Tagesziel. Am gebuchten Motel angekommen erstmal der Schreck – das hat zu! Und zwar nicht erst seit heute. Zumal wir heute morgen noch eine Bestätigungsmail erhalten haben. Wir versuchen, die angegeben Nummer anzurufen - da geht niemand dran. Wir versuchen die Kette über unser Buchungsportal anzuschreiben - keine Rückmeldung. Dafür hat man uns 50$ berechnet, weil wir nicht angereist wäören und nicht rechtzeitig storniert hätten. Bitte????? Schade um das geld, aber dafür zetteln wir keinen rechtsstreit an. Dafür gibt es von uns die eindringliche Warnung, lieber die Finger von der OYO-Ktte zu lassen...

Also hiess es für uns ein neues Nachtquartier suchen. Um die Ecke liegt das Munger Moss Motel. Eine Institution seit 1946 an der Route 66. Leider hatte die Buchung von Deutschland aus nicht geklappt, also versuchten wir einfach so, dort ein Zimmer zu bekommen.

Wir wurden freundlich von Ramona Lehman, der Betreiberin, begrüßt und hatten Glück. Eines der klassischsten Motels entlang der Route 66 wurde das Zuhause für heute Nacht.

Es geht noch auf eine Besichtigungstour in Lebanon, bevor wir auf der Terrasse unseres Zimmers den Abend etwas ausklingen lassen.

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