Route 66: Planung & langes Warten

Route 66 - die Reise unseres Lebens

Die Planung und das lange Warten

Die Planung für unsere Reise begann irgendwann Anfang 2019. Da hatten wir den Entschluss gefasst: JA! wir folgen dem Ruf dieser legendären Straße.

Eine gute Planung und Vorbereitung sind uns wichtig. Wir haben lange an der Reise getüftelt, unzählige Reiseführer gelesen, uns im Internet informiert und nicht zuletzt viele viele Dokus und YouTube-Videos angesehen. Immer wieder gab es etwas, was wir in unsere Planung einbezogen und eingebaut haben. Und auch wieder gestrichen.

Im Oktober 2019 machten wir mit meinen Eltern eine Reise zur Goldenen Hochzeit nach Las Vegas. Natürlich gab es dabei auch zwei kleine Roadtrips, die wir für unsere Reisevorbereitung genutzt haben.

So haben wir zB unsere ersten Route-66-Pässe besorgt. Die Pässe funktionieren wie eine kleine Schnitzeljagd. In bestimmten Läden oder an Sehenswürdigkeiten bekommt man einen Stempel und meist auch noch ein kleines Geschenk dazu. Die Pässe haben einen doppelten Nutzen: man unterstützt örtliche Geschäfte und man selbst kommt an Orte, die man so nicht unbedingt auf dem Plan hatte. Und ganz am Ende, am Santa Monica Pier, kann man sich eine offizielle Urkunde der Route-66-Association abholen. Arizona und Oklahoma haben nochmal zusätzlich eigene Pässe. Den von Arizona haben wir natürlich auch direkt gekauft. 

Bei diesen kleinen Roadtrips haben wir auch in Seligman übernachtet. DER Place-to-be an der Route 66. Denn hier lebt seit Kindheit an ein ganz besonderer Mensch. Ohne ihn - würde es die Route 66 vielleicht heute gar nicht mehr geben. Denn er hat es nicht hinnehmen wollen, dass diese Strasse, auf der er groß geworden ist, plötzlich nicht mehr existieren soll. Er erlebte den Aufstieg und Niedergang der Route 66 aus erster Hand. In den 1930er und 40er Jahren war die Straße eine Hauptverbindung zwischen dem Osten und Westen der USA, was eine Blütezeit für die Gemeinden entlang ihrer Strecke bedeutete. In den 1970er Jahren fing man an, die Route 66 durch die Interstate 40 zu ersetzen. Das führte zu einem drastischen Rückgang des Verkehrs und wirtschaftlichen Verlusten für viele Städte, darunter auch Seligman.

Er gründete die Historic Route 66 Association of Arizona und setzte sich dafür ein, dass die Straße als historische Ikone anerkannt und erhalten wird. Sein unermüdlicher Einsatz trug dazu bei, dass die Route 66 als National Scenic Byway ausgewiesen wurde, was zu ihrer und dem Interesse von Touristen aus der ganzen Welt führte. Er wird als "Guardian Angel of Route 66" für seine lebenslange Hingabe an die Erhaltung des kulturellen Erbes der legendären Straße verehrt. Wir sprechen hier von Angel Delgadillo, im übrigen im gleichen Jahr geboren, wie die Route 66. 1926!

Wir haben Angel treffen dürfen. Es war eine Ehre, seinen Erzählungen zuzuhören. Und als er hörte, dass wir im Mai 2020 in Chicago starten wollen, da schenkte er uns eine Fahne, die er sogar signiert hat. Die sollten wir auf unsere Reise mitnehmen, quasi als Glücksbringer.

Wieder zuhause ging die Planung weiter, die Stationen der Pässe wurden mit in unseren Plan integriert...und dann kam die Pandemie!

Wir mussten unsere Reise auf unbestimmte Zeit verschieben. Wir hatten bereits viel im Vorraus gebucht. Aber - auch dafür lieben wir die USA - unsere Buchungen behielten alle ihren Wert! Zumindest die, die wir nicht stornieren konnten.

Unseren Traum haben wir nicht aufgegeben! Im Gegenteil! Wir haben die Zeit genutzt, unserer Reise noch mehr Feinschliff zu geben. Abstecher abseits der Route 66 einzuplanen. 

Wir werden 4 1/2 Wochen unterwegs sein. So können wir für uns die Etappen und somit Tage etwas überschaubarer und stressfreier halten. Die Strecken kürzer planen. Oder eine Nacht mehr an einem bestimmten Ort. Es gibt viel zu sehen und zu erleben, aber wir wollen uns Zeit lassen (können). 

Dazu noch kurz erklärt: Unser Wunsch ist es, einmal in jedem Bundesstaat der USA gewesen zu sein. Es zählt dort ein Kaffee, besser noch eine Übernachtung.

Und wenn alles nach Plan verläuft, haben wir 11 neue Staaten auf unserer Karte zum Abhaken. 14 werden es insgesamt sein. 

Jetzt wird es ein bißchen verrückt, aber es war im Nachhinein gar nicht so dumm. Im Internetzeitalter kann man ja fast alles nachsehen. Also haben wir aus einer Laune heraus die ungefähren Sonnenaufgangs- und Untergangszeiten nachgeschaut. So werden wir jeden Tag auf gut 12-14 Stunden Tageslicht kommen. Denn in der Nacht wollen wir nicht fahren, außer den Neonlights ist dann nicht viel zu sehen und ganz ungefährlich ist es vielleicht auch nicht.

Bei der Reiseplanung sind die Zeitzonen in den USA auch nicht ganz unwichtig! Von der Ost- zur Westküste allein ist der Zeitunterschied 3 Stunden. Das sollte man vielleicht nicht ganz ausser acht lassen, wenn man quer durch die USA reist. Und nicht nur, weil man mal kurz „bei den Daheimgebliebenen“ anrufen möchte.

Deshalb eine kleine Info zu den Zeitzonen in den USA. Alaska und Hawaii lassen wir aussen vor, da kommen wir dieses Mal nicht hin. Auf dem amerikanischen Festland existieren 4 Zeitzonen, 3 davon durchreisen wir: Central Time Zone (Differenz zu Deutschland: -7 Std.), Mountain Time Zone (Differenz zu Deutschland: -8 Std.) und Pacific Time Zone (Differenz zu Deutschland: - 9 Std.).

Auch in den USA gibt es Sommer- und Winterzeit, und da wird es dann etwas komplizierter. Die Amerikaner stellen die Sommerzeit etwas anders um als die Europäer. Faustregel: Die Sommerzeit beginnt am 2. Sonntag im März und endet am 1. Sonntag im November. Und natürlich gibt es wie immer eine Ausnahme: Arizona! Der einzige Bundesstaat auf dem Festland, der nicht auf Sommerzeit umstellt! Eine Ausnahme von der Ausnahme: die Navajo Nation Reservation, die in Arizona liegt und Sommerzeit hat! Ansonsten hat man zumindest im Sommer in Arizona die gleiche Zeit wie die Pacific Time Zone. Alles klar!?

Und im September 2021 kam die Nachricht: die USA öffnen ihre Grenzen wieder für Touristen.

Unsere Urlaube lagen mehr oder weniger "auf Halde" und unsere Chefs haben sofort zugestimmt.

Flüge gebucht, Hotels gebucht, Mietwagen gebucht. Wir wechseln das Auto einmal in Oklahoma, so ersparen wir uns die hohe Einweggebühr. Die Preise hatten sowieso schon kräftig zugelegt, aber da wir sofort im September gebucht hatten, ind wir fast mit einem blauen Auge davon gekommen. Unser persönlicher Frühbucher-Rabatt quasi.

Wir konnten den Mai 2022 kaum noch abwarten. Aber...eben wegen dieser Pandemie hatten wir bis zum Abflug oder besser unserer Ankunft noch Angst, dass es doch wieder nicht klappt.

Wir hatten alle Vorgaben befolgt, waren geimpft und frisch getestet...und dann durften wir endlich endlich endlich zumindest schonmal den Flug antreten
 

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