23. Mai 2026
Badlands und eine alte Apotheke
Der Morgen beginnt mit einem Blick aus dem Fenster: Sonnenschien pur. Und auch der Wetterbericht lässt uns absolut hoffen. Es ist Memorial Day Weekend und es ist bestes Wetter angesagt! Heizung aus, Tshorts an und los geht es zum, Badlands Nationalpark.
Zugegeben, Badlands gehört vielleicht nicht zu den Nationalparks, die auf jeder klassischen USA-Reiseroute deutscher Urlauber stehen. Umso mehr überrascht er uns. Für uns zählt er schon jetzt zu den beeindruckendsten Nationalparks überhaupt. Direkt hinter Yellowstone und dem Bryce Canyon.
Schon die ersten Kilometer durch den Park lassen uns staunen. Zerklüftete Felsformationen, scharfkantige Grate, tiefe Schluchten und farbenfrohe Gesteinsschichten ziehen sich bis zum Horizont. Es wirkt fast wie eine Landschaft von einem anderen Planeten.
Dabei ist es kaum zu glauben, dass all das nicht von Menschenhand geschaffen wurde. Wind, Wasser und Millionen Jahre der Erosion haben diese einmalige Kulisse entstehen lassen. Die verschiedenen Sedimentschichten erzählen dabei Erdgeschichte über mehr als 75 Millionen Jahre. Heute gehört der Badlands Nationalpark zu den artenreichsten Präriegebieten der USA. Neben Bisons leben hier Dickhornschafe, Kojoten und eine der größten geschützten Präriehund-Kolonien Nordamerikas.
Wir stehen an den Aussichtspunkten und versuchen dieses Panorama in Fotos und Videos festzuhalten. Aber wie so oft merken wir: Kein Bild kann wiedergeben, wie gewaltig diese Landschaft tatsächlich wirkt. Man muss einfach hier stehen, den Wind spüren und die unendliche Weite auf sich wirken lassen.
Es ist ein besonderer Ort. Thomas überrascht mich mit einem wunderschönes Geschenk. Eine Silberkette mit einem Anhänger aus Sterling-Silber. Es ist eine Feder mit einem eingelassenen Türkis. Keine Pressware, sondern handgefertigt. Die Symbolik dahinter ist mir sehr wichtig. Stärke, Ehre und Respekt, Schutz vor Unglück, Glück, Gesundheit und Harmonie. Thomas hat mir damit eine große Freude gemacht. Und diese kette begleitet mich seitdem jeden Tag.
Nach diesem Naturerlebnis machen wir uns auf den Rückweg Richtung Hill City und legen unterwegs einen Stopp im kleinen Ort Wall ein. Genauer gesagt bei Wall Drug, einer der wohl verrücktesten Geschichten des amerikanischen Westens.
Alles beginnt im Jahr 1931. Der Apotheker Ted Hustead übernimmt mit seiner Frau Dorothy eine kleine Apotheke mitten im Nirgendwo. Die Geschäfte laufen schlecht. Doch Dorothy hat eine einfache Idee: Reisenden auf der damals staubigen Straße kostenloses Eiswasser anbieten. Gleichzeitig werben unzählige Schilder entlang der Highways mit genau diesem Angebot. Aus der kleinen Apotheke entwickelt sich über Jahrzehnte eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten South Dakotas.
Heute ist Wall Drug weit mehr als nur eine Apotheke. Auf über 7.000 Quadratmetern findet man Restaurants, Souvenirshops, Westernartikel, eine Buchhandlung, einen riesigen Cowboy-Bereich und natürlich die historische Apotheke, die bis heute betrieben wird.
Und eine Tradition lebt ebenfalls weiter: Der Kaffee kostet tatsächlich immer noch fünf Cent, genau wie damals. Da können wir natürlich nicht widerstehen. Dazu gönnen wir uns ein Stück frisch gebackenen American Pie. Und keine Sorge, der hat mit dem gleichnamigen Film wirklich nur den Namen gemeinsam. Dafür schmeckt er umso besser.
Während wir gemütlich unseren Kaffee trinken, merken wir schnell: Heute ist richtig etwas los. Es ist Memorial-Day-Weekend, eines der wichtigsten Feiertagswochenenden in den USA. Am letzten Montag im Mai gedenken die Amerikaner der gefallenen Soldatinnen und Soldaten. Gleichzeitig gilt das lange Wochenende als inoffizieller Start in den Sommer. Millionen Menschen sind unterwegs, treffen Familie und Freunde oder unternehmen Kurztrips.
Auch in Hill City wird gefeiert. Kleine Stände, Livemusik, lachende Familien und jede Menge Einheimische sorgen für eine richtig entspannte Atmosphäre. Zugegeben, die Musik passt für unseren Geschmack nicht ganz zum Western-Flair der Black Hills. Aber genau solche Momente machen eine Reise doch aus: mittendrin sein, Menschen beobachten und einfach das amerikanische Lebensgefühl genießen.
Am Abend wird uns endgültig klar: Die Black Hills haben es uns wirklich angetan. Wir sind froh, daß wir noch einen weiteren tag in dieser schönen Landschaft bleiben. Allerdings nicht mehr in Hill City, sondern wieder in Deadwood.
Viele kennen die Stadt vielleicht aus der gleichnamigen Serie. Die ehemalige Goldgräberstadt war einst Heimat berühmter Wildwest-Legenden wie Wild Bill Hickok und Calamity Jane und zählt heute zu den geschichtsträchtigsten Orten des amerikanischen Westens.
Genau dorthin zieht es uns noch einmal. Ein bisschen Sightseeing gehört natürlich dazu. Aber wir haben dort noch etwas ganz Besonderes vor...Amerikanischer kann ein Tag wahrscheinlich kaum werden. Unser erstes Rodeo steht an!













































































































































































