Wunderschönes Idaho: Entdecke Wallace & Coeur d'Alene

28. Mai 2026

so schön kann Idaho sein

Wir sind wieder in Washington State angekommen. Ein Moment, der sich irgendwie besonders anfühlt. Fast vier Wochen ist es her, dass unser großes Abenteuer genau hier begonnen hat. Inzwischen liegen über 6.000 Meilen hinter uns und trotzdem fühlt es sich noch lange nicht nach dem Ende unserer Reise an.

 

Doch bevor wir Idaho verlassen, nehmen wir uns noch Zeit für einen kleinen Spaziergang durch Wallace. Das historische Bergbaustädtchen mit seinen liebevoll erhaltenen Fassaden wirkt wie ein lebendiges Freilichtmuseum. Wallace gilt als eine der schönsten Kleinstädte Idahos und wurde durch den Silberbergbau reich. Heute erinnert vieles an diese Zeit, während gemütliche Cafés, kleine Geschäfte und der nostalgische Charme den Ort zu einem echten Geheimtipp machen. Nach unserer Übernachtung im Retro-Motel passt dieser Rundgang einfach perfekt und manchmal sind es genau diese ungeplanten Orte, die lange in Erinnerung bleiben.

 

Wir verabschieden unsere lieben Motelbesitzer und auch Michael und Marisa sagen Godd Bye. Uns ist etwas wehmütig. Wir wären am liebsten noch einen weitere nacht geblieben, aber Washington ruft. Leise, aber stetig.

 

Wir fahren über die I-94 durch den Idaho Panhandle, den schmalen Norden des Bundesstaates. Dichte Wälder, glasklare Flüsse und die Ausläufer der Rocky Mountains begleiten uns auf der Strecke. Es ist eine Landschaft, die immer wieder dazu verleitet, langsamer zu fahren, anzuhalten und einfach nur zu genießen.

 

Unser nächstes Ziel ist Coeur d'Alene, die letzte größere Stadt Idahos vor der Grenze zu Washington. Wir wissen, dass es dort einen See gibt, doch was uns erwartet, übertrifft unsere Vorstellungen bei Weitem. Der Lake Coeur d'Alene ist rund 48 Kilometer lang, zwischen 1,5 und 5 Kilometer breit und besitzt eine beeindruckende Uferlänge von etwa 175 Kilometern. Entstanden ist der See am Ende der letzten Eiszeit und heute zählt er zu den schönsten Seen im Nordwesten der USA. Segelboote gleiten über das Wasser, die bewaldeten Hügel spiegeln sich im See und entlang des Ufers führt der landschaftlich reizvolle Lake Coeur d'Alene Scenic Byway.

Wie so oft denken wir beide gleichzeitig dasselbe: Runter von der Interstate! Also verlassen wir kurzerhand die schnelle Route und nehmen den Scenic Byway in Angriff. Laut Navi kostet uns dieser Umweg gut zwei Stunden. In der Realität werden daraus, mit zahlreichen Fotostopps, kleinen Aussichtspunkten und einem entspannten Mittagessen, fast vier Stunden. Der letzte Stopp vor Coeur d'Alene an einem Casino-resort muss aber auch noch sein. Uns kostet das eine weitere Stunde, 10$ Einsatz und heraus kommen wir mit...weit über 100$! Hat sich also auch im doppelten Sinne geloht.  Aber ganz ehrlich: Wir bereuen weder eine einzige Meile noch eine einzige Minute. Genau diese spontanen Entscheidungen machen unseren Roadtrip aus.

 

Der verkehr wird immer dichter und kurz hinter Coeur d'Alene überqueren wir schließlich die Grenze nach Washington State. Den anvisierten Stopp in Spokane sparen wir uns. Der verkehr hier ist wieder mal ätzend. Wir sind das einfach nicht mehr gewohnt. 

Ein kleines bisschen Wehmut schwingt mit. Vor fast vier Wochen hat genau hier unser Abenteuer begonnen. Es fühlt sich fast wie ein Kreis an, der sich langsam schließt. Auch wenn wir wissen, dass noch einige Highlights vor uns liegen.

 

Zunächst geht es ein gutes Stück über die Interstate. Wir haben noch gut 3 Stunden fahrt vor uns. Doch plötzlich schlägt unser Navi eine angeblich kürzere Strecke vor. Ganze zehn Meilen sollen wir dadurch sparen. Natürlich nehmen wir die Abzweigung, und werden einmal mehr daran erinnert, dass der direkte Weg nicht immer der schönste ist. Wir fahren in Ritzville ab und landen mal wieder mitten in einer Kleinstadt, die wir so lieben. Aber für einen Stopp ist wirklich keine Zeit mehr. Für heute Abend ist in unserem nchsten Zielort gewitter angesagt, und wir wollen möglichst davor noch ankommen. Gewitter sind hier gerne etwas stärker wie in Deutschland.  

Statt monotoner Autobahn fahren wir über einsame, sanft geschwungene Highways, vorbei an kleinen Ortschaften, Feldern, Obstplantagen und Landschaften, die wir sonst niemals gesehen hätten. Wieder einmal bestätigt sich für uns: Ein Land lernt man nicht auf der Interstate kennen, sondern auf den kleinen Straßen dazwischen.

 

Am Abend erreichen wir Wenatchee, wo wir ein letzztes Mal auf diesem Roadtrip "on the road" übernachten. Morgen wartet noch Leavenworth auf uns. Eigentlich wollten wir direkt dort übernachten. Leavenworth ist jener Ort, der sich komplett dem Stil eines bayerischen Dorfes verschrieben hat und jedes Jahr tausende Besucher anzieht. Doch die Hotelpreise dort sind für eine einzige Nacht in unseren Augen schlicht überzogen.

Also entscheiden wir uns für Wenatchee, nur rund 30 Minuten entfernt. Auf die Idee bringt uns ein Video des YouTubers Aramis Merlin, der ebenfalls hier übernachtet hat. Ich glaube, zufällig sogar im gleichen Hotel. Manchmal sind es genau solche kleinen Inspirationen, die sich als richtig gute Entscheidung entpuppen. 

Und wieder endet ein Tag, an dem wir eigentlich nur von A nach B fahren wollten. Stattdessen sammeln wir unzählige neue Eindrücke, entdecken versteckte Schönheiten und bestätigen einmal mehr unsere eigene Roadtrip-Regel: Die schönsten Erinnerungen entstehen meistens dort, wo man einfach spontan abbiegt.

 

Unser Motel ist das  La Quinta Inn & Suites by Wyndham Wenatchee (235 East Penny Road, Wenatchee, WA 98801). Kostenpunkt für eine Nacht: 100€ mit Frühstück. Was will man mehr.

 

Und dann kommt das Gewitter. Heiliger Bimbam, das scheppert. und gleich ist es 10 Grad kühler. Aber die Luft klarer. Der laute Donner geleitet uns in eine  ruhigen Schlaf in den nächsten Tag.

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