Route 66 Reise: Oklahoma City & Bricktown

Route 66 - die Reise unseres Lebens

Weiter nach Oklahoma City

Wir verlassen die Ranch leider etwas früher als geplant. In der Nacht haben wir wirklich das Gewitter unseres Lebens erlebt, es ist nichts passiert, alles gut – aber wir wussten nicht, wie die Straßen sein werden. Wir fahren ja nicht Interstate.

Unser erster Stopp auf unserem Weg nach Oklahoma City, insgesamt wieder gut 120 Meilen, ist Sapulpa. Dort steht vor einem Automuseum die größte Zapfsäule der Welt, knappe 66m hoch. Ist das Zufall? Auch mit 66 sterben? Wahrscheinlich schon, hier in den USA nutzt man ja bekanntlich nicht das metrische System, aber die Umrechnung passt ja in diesem Fall besonders gut.

Neben der Motherroad, wie die Route 66 ja auch genannt wird, gibt es noch „The Father of the Motherroad“. So wird der historische Ozark Trail genannt. Vielleicht hat davon schonmal der eine oder andere gehört? Der Ozark Trail war eine, wenn auch kurzlebige (von 1915 bis 1926) aber bedeutende Verkehrsader, die 1926 zum US Highway 66 wurde, jedenfalls der größte Teil. Westlich von Sapulpa existiert tatsächlich noch gut 3 Meilen mit dem ursprünglichen Betonbelag. Die Fahrt war etwas abenteuerlich, aber wir fühlen uns doch schon auf sehr historischen Spuren.

Irgendwann verlassen wir den Ozark Trail wieder und machen Halt an den letzten einer alten Brücke – und müssen feststellen, dass wir nach unserem letzten Stopp an einer Tankstelle vergessen haben, die Kamera wieder einzuschalten.

In Stroud halten wir am Rock Cafe. Vor Jahren abgebrannt und wieder aufgebaut, schon von aussen ziemlich urig. Leider sind wir auch hier zu früh, so dass wir uns den Laden nicht von innen anschauen konnten. Wir wieder mit dem frühen Vogel.

Apropos: Die Straßen sind entgegen unserer Befürchtung gut befahrbar, also kommen wir zügig und ohne Umwege voran.

In Chandler lebt Jerry McClanahan. Route-66-Reisenden ein Begriff, denn Jerry kennt die Motherroad in und auswendig, befährt sie immer wieder und hat DEN Reiseführer herausgegeben. Er wird immer wieder aktualisiert und neu aufgelegt. Quasi die Bibel von Reisenden wie uns. Und ihm statten wir einen Besuch ab. Er hat in Chandler einen kleinen Laden, und als wir dort halten, dachten wir erst, es wäre geschlossen. War es auch. Jerry sah, dass wir anhielten und hat sich xmal entschuldigt, dass er uns seinen Laden nicht zeigen konnte, denn er war auf dem Sprung zu einer Reisegruppe. Aber Jerry bestand darauf, mit uns ein Selfie zu machen und unseren EZ-Guide hat er auch signiert. Ein wirklich lieber und zuvorkommender Mensch, so typisch USA eben.

Es geht weiter, wir kommen nach Warwick zu einer alten Tankstelle. Die Seaba Station ist heute ein Motorrad Museum, sehr interessant anzuschauen und auf jeden Fall einen Stopp wert. Nicht nur für Biker.

Über Luther geht es nach Arcadia, hier erwarten uns direkt 2 Stopps. Natürlich halten wir an der historischen Roundbarn. Eine runde Scheune von 18m Durchmessern und 13m Höhe. Rund, weil im frühen 20. Jahrhundert runde Scheunen als tornadosicher galten. Einen wissenschaftlichen Beweis zu der These gab es aber nie. Die Scheune wurde 1898 von dem örtlichen Bauern William Harrison Odor aus einheimischen Bur-Eichenbrettern gebaut, die im grünen Zustand eingeweicht und in die für die Wände und Dachsparren erforderlichen Kurven gezwungen wurden. Die Arcadia Round Barn wurde 1977 in das National Register of Historic Places aufgenommen, aber sie wurde zerstört und wurde Ziel von Vandalismus und Brandstiftung. Luke Robinson, ein Bau- und Zimmermann im Ruhestand, wurde auf die Notlage der Scheune aufmerksam und gründete mit seiner Frau Anna und mit Beverly White die Arcadia Historical and Preservation Society. Das Dach der Scheune stürzte ein, nachdem mit den ersten Restaurierungsarbeiten begonnen wurde. Diese begann 1989. Ein Großteil der Arbeit wurde von Freiwilligen durchgeführt, hauptsächlich Rentnern.

Am 4. April 1992 wurde die komplett restaurierte Scheune offiziell eingeweiht und dient heute als Museum, aber auch als Veranstaltungsort. Das obere Geschoss kann man für Events aller Art mieten.

Weitaus weniger historisch aber auch in Arcadia ist Pops Soda Ranch.

Ja, es ist eine Tankstelle und man kann hier tatsächlich tanken. Und Essen. Und trinken. Und damit geht das Dilemma los! Pops hat nicht umsonst eine riesige Flaschenskulptur vor der Tür stehen, am Abend sogar sehr schön beleuchtet, 66 Fuß hoch, und natürlich die weltgrößte Limoflasche.

Pops ist bekannt für seine sagen wir mal etwas größere Auswahl an Getränken.

Ganze 700 verschiedene Geschmacksrichtungen, von einfach wie zb Orange bis Skuril – mit Schinkengeschmack. Natürlich waren wir wieder total überfordert, aber irgendwann sind wir stolz mit unserem persönlichen Sixpack raus. Waren ganz lecker, aber Spaghettigeschmack darf nicht nochmal sein. Das war nämlich unsere „mutigste“ Pops-Challenge.

Über Edmond geht es zügig nach OKC.

Schnell zum Motel und dann ab zum Flughafen. Nein, es geht nicht nach Hause. Aber wir verabschieden uns von unserer treuen Seele, Mr. Capone. Er ist nicht defekt. Aber so sparen wir eine Menge Geld!

Vielleicht nützt dieser Tipp dem einen oder anderen: Die Mietwagenpreise in den USA waren zumindest zum Zeitpunkt unserer Reise wahnsinnig angestiegen. Und da wir ja nunmal eine Oneway-Strecke fahren, kommen grundsätzlich Einweggebühren dazu. In unserem Fall wären das gut 600$ ontop gewesen. Aber wir haben mal geschaut, was passiert, wenn wir kürzere Oneway-Strecken fahren. Von Chicago bis Oklahoma: Einweggebühr im Preis inbegriffen. Genauso von Oklahoma bis LA. Auch keine Extrakosten ontop! Und es gab vor Ort sogar noch ein Upgrade: Da ein größerer SUV bis Ende Juni in LA sein musste, bekamen wir den Wagen ohne Aufpreis. Wir müssen ja sowieso dorthin. Zu unserer gebuchten Klasse wären das nochmal gut 400$ mehr gewesen! Also: eine gute Stunde Zeit investiert und dafür 600$ sparen plus noch ein Upgrade im Wert von 400$...lohnt sich, oder? Auch beim Buchen auf Oneway-Strecken immer mal mit den Rückgabeorten spielen...

Nachdem wir am Flughafen Mr. Capone abgegeben und Doc in unsere Reisegruppe aufgenommen haben, zieht es uns direkt nach Oklahoma City. Genauer gesagt nach Bricktown!

Bricktown ist ein ehemaliges Lagerhausviertel, welches hauptsächlich aus Ziegelbauten besteht. Daher der Name, den Brick heisst Ziegel. Heute ist es ein Vergnügungsviertel mit Bars, Restaurants, Geschäften und Museen. Uns lockt der Bricktown Kanal, wir haben eine Bootsfahrt gebucht. Es ist wahnsinnig heiss, wir hoffen auch auf ein wenig Abkühlung.

Die Bootsfahrt ist wirklich schön und gemütlich und wir haben so einiges zu sehen bekommen, unter anderem das berühmte Oklahoma Land Run Monument, wirklich beeindruckend und imposant, das wollten wir unbedingt sehen.

Und dann waren wir erschlagen. Von der Hitze und auch den Eindrücken des Tages. Zurück zum Motel, was etwas außerhalb liegt und Vorfreude auf die Dinge, die morgen auf uns warten. Wir sind ja extra 2 Nächte hier, um ein bißchen mehr von der Hauptstadt Oklahomas zu sehen.

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