Route 66: Abstecher ins Casino (Laughlin)

Route 66 - die Reise unseres Lebens

EIn Abstecher ins casino

Nach einer sehr erholsamen Nacht im Historic Route 66 Motel in Seligman sind wir wieder unterwegs.

Das Motel können wir wirklich empfehlen, schöne große Zimmer im Route-66-Design, sauber und ja…hier haben sogar schon Filmstars genächtigt. In unserem Zimmer schlief zB Jon Provost, der in der Serie „Lassie“ den Timmy verkörperte. Aber ehrlich…Lassie wäre mir lieber gewesen. Überhaupt hat dieses Motel eine wirklich lange und auch interessante Geschichte. Aber das würde jetzt hier zu weit führen.

Zwar bekommt man mit dem Zimmerschlüssel von hier im angrenzenden Roadkill-Cafe einen Rabatt…aber wir frühstücken natürlich gegenüber. Bei Lilo. Und frisch gestärkt sind wir bereit für einen weiteren Tag auf der Route 66.

Aber erstmal unsre obligatorische Morgenrunde durch den Ort. Einmal hin, einmal zurück. Und dann steht das eigentlich schönste Stück der Route 66 bevor. Zwischen Kingman und Seligman ist sie nämlich noch ursprünglich erhalten.

Wir kommen an den Grand Canyon Caverns vorbei. Vorbei, weil wir hier 2019 Halt gemacht haben. War schon nett gesehen, die alte Tankstelle Radiator Springs. Die Caverns selbst sind die größten Trockenhöhlen in den USA, die man besichtigen kann. Haben wir damals nicht aus Zeitgründen, diesmal werden keine Touren angeboten. Übrigens kann man hier tatsächlich auch in der Höhle übernachten. Es soll das dunkelste, ruhigste und tiefste Hotelzimmer der Welt sein. 200 Fuss unter der Erde, also etwa 60m. Sicher ein Erlebnis. Zum Schnapperpreis von 1000$ für 2 Personen. Ohne Frühstück, versteht sich. Ne danke.

Wir halten uns kurz in Peach Springs auf. Native-Gebiet. Hualapai. Nach unserer Erfahrung sind wir supervorsichtig und wollten erst gar nicht bleiben. Aber hier gibt es einen Stempel für unseren Reisepass. Wir werden wirklich ausserordentlich freundlich begrüßt und man plaudert ganz ungezwungen und neugierig mit uns. Fotos wollten wir lieber nicht machen, aber ein wenig versöhnt sind wir nun doch, ehrlich gesagt. Das Örtchen zählte bei der Volkszählung 2020 tatsächlich 1363 Bewohner, kann man gar nicht glauben, wenn man es so sieht. Einfach so mitten im Nirgendwo.

Unser nächster Stopp, weil Stempelstopp, ist Keepers of the Wild, eine akkreditierte, gemeinnützige Organisation, die sich dem Schutz misshandelter, vernachlässigter, verlassener und ausgemusterter Wildtiere widmet. Wir hatten bisher noch nie davon gehört, uns waren aber im Nachhinein damit beschäftigt. Schaut es Euch einfach mal im Internet an. Leider hatten wir keine Zeit, den Tierpark zu erkunden. Aber wir wissen, dass unsere Spende hier auf jeden Fall an der richtigen Stelle ist.

Ein absoluter Must-Stopp an der Route 66 ist der Hackberry General Store, ursprünglich vom Route-66-Künstler Bob Waldmire betrieben, und eines der wohl sehenswertesten Route-66-Museen.

Auf unserem Weg von Seligman zurück nach Las Vegas im Oktober 2019 haben wir hier bereits gehalten und waren begeistert. 

Leider ist der Wind mittlerweile sehr stark geworden. Aus dem gemütlichen Kaffee vor dem Store wird ein etwas kürzerer Aufenthalt. Der Wind peitscht einem den Sand um die Ohren und das ist wirklich unangenehm bis schmerzhaft.

Wir fahren die alte Route 66, der Wind wirbelt den Sand ringsum heftig auf. Das haben wir so noch nicht erlebt. Richtige Sandwände und Sandhosen sind das. Aber trotzdem ist die Fahrt sicher, die Straße scheint relativ geschützt vor diesem Sturm. Zumindest merkt man ihn beim Fahren wirklich kaum...Gott sei Dank!

Dann kommt die erste Ampel seit Ewigkeiten. Damit kommen wir schonnach Kingman, auch nicht zum ersten Mal. Am Motel angekommen wollten wir nur kurz einchecken und dann weiter einen kleinen Ausflug nach Bullhead City und Laughlin in Nevada machen. Ist nicht weit und Kingman kennen wir ja schon. Zumindest war das so der Plan. Beim Einchecken erklärte man uns, dass keine Buchung vorläge. Man war wirklich sehr bemüht und wollte uns innerhalb einer Stunde ein Zimmer fertig machen, wir sollen dann wiederkommen, alles kein Problem. Also erstmal zum nächsten Walmart, wir mussten eh noch einkaufen.

Als wir wieder im Motel waren, war die junge Dame an der Rezeption wirklich bemüht, fand aber immer noch nicht unsere Buchung. Ich gab ihr mein Smartphone, da war ja alles drauf. Und sie stutze. Dann lachte sie. Und nahm den Telefonhörer in die Hand und machte irgendwo anders ein Zimmer für uns klar? Hm, auch etwas merkwürdig das Ganze, zumal wir ja wirklich gebucht und auch schon bezahlt hatten. Belege hatten wir. Nach dem Telefonat erklärte sie uns, dass was falsch gelaufen ist. Wir waren schlicht und ergreifend im falschen Motel gelandet. Von dieser Kette gibt es zwei Motels in Kingman. Eines auf dieser Straße West, das hatten wir gebucht. Und dann noch auf der gleichen Straße EAST. Da wo wir jetzt waren. Das Telefonat war lediglich ein Anruf in dem anderen Motel, wo sie uns ankündigte und dort bat, das Zimmer schon fertig zu haben. Uns war das dann doch etwas peinlich, aber sie lachte und meinte, das käme hier jede Woche wenigstens einmal vor. Auch umgekehrt. Aber im anderen Motel bräuchte man noch etwas Zeit, also gab es obendrauf frischen Kaffee und kühles Wasser. Dass wir dort ein großzügiges Trinkgeld hinterlassen, war selbstverständlich. Tja, die Straßen in den USA sind lang. Sehr lang. Irgendwo wird dann Richtung West und Ost unterteilt. Und darauf sind wir reingefallen.

Wir fuhren dann weiter Richtung Westen, konnten einchecken und dann unseren Tag fortsetzen.

Mittlerweile ist es wirklich wahnsinnig heiss geworden. Unser Doc zeigt auf dem Display schlappe 42°C! Und durch den starken Wind hat man das Gefühl, man steht im Backofen. Mit Umluft. Da sind wir ganz froh, im gekühlten Auto zu sitzen.

Wir fahren raus aus Kingman und nehmen die 68 durch das Golden Valley. Unterwegs ein Unfall. Hier fährt jeder mit Abstand und Anstand langsam vorbei, keiner hält an um zu Gaffen. Wir hatten übrigens am nächsten Tag ein wenig recherchiert – warum der Unfall sich ereignete haben wir nicht erfahren Aber zum Glück wurde niemand ernsthaft verletzt. 

Die Fahrt lohnt sich, durch die Berge, ja das gefällt uns. In Bullhead City teilt der Colorado River Arizona und Nevada. Und da geht es jetzt rüber, nach Laughlin, um genau zu sein. Dort soll es ein Outlet geben, das ist unser Ziel. Die Stadt ist nicht groß, 2020 waren hier zur Volkszählung 8.658 Einwohner gemeldet. Aber Laughlin hat nach Las Vegas und Reno die drittmeisten Casinos in Nevada. Wussten wir gar nicht, aber erstmal ins Outlet. Aus dem Backofen-Parkhaus zügig in das gekühlte Outlet. Ok, wir waren enttäuscht. Kaum Geschäfte, kaum besucht. Aber trotzdem erfolgreich, aber wir haben weniger Zeit gebraucht als gedacht. Wir drehen eine kleine Runde durch Laughlin. Mit dem Auto. Gekühlt. Zu Fuss – keine Chance! 

Wir sind ja kein Zocker, im Gegenteil. Aber wenn man hier vor der Nase einen Art Mini-Las Vegas hat, wollten wir zumindest mal schauen. Also ins nächste Backofen-Parkhaus und von dort schnell ins gekühlte Casino. Wenn wir es nicht gewusst hätten, wir hätten gedacht, wir sind wieder in Vegas. Und wir wollten einmal kurz das Glück herausfordern. Einen Dollar rein, zweimal die Knöpfe gedrückt…und dann wusste ich nicht mehr, wie mir geschah. Mein Automat bimmelte und klapperte und drehte sich weiter und weiter…die Zahlen gingen immer höher. Wir wussten aber nicht, wie hoch der Gewinn sein wird. Als diese Maschine dann endlich fertig war, drückte ich nur auf den Knopf für den Bon. Die Automaten schmeißen ja keine Münzen mehr raus. Sage und schreibe 25,99$! Und das für nen Dollar-Einsatz! Ja, ich weiss. Ein echter Spieler lacht sicher über den gewinn. Aber für uns war das wirklich ein Erlebnis. Das Geld liessen wir uns auszahlen und dann ging es wieder raus in die brütende Hitze. Die machte uns echt zu schaffen. Wieder über den Colorado zurück nach Arizona und statt eines gemütlichen Bummels durch Bullhead City drehten wir lieber im gekühlten Auto eine kleine Runde. Ist jetzt auch nichts Großartiges gewesen.

Wir fahren wieder zurück nach Kingman und beschließen, den Abend im Motel am Pool ausklingen zu lassen. Unterwegs verprassten wir unseren Gewinn bei einem feudalen Abendessen. Burger und Pommes to go bei Wendys. Die sind echt gut und mittlerweile zu einer unserer liebsten Fastfood-Kette geworden.

Aus dem Bad im Pool wurde nichts. Das Wasser war eiskalt. Aber der Tag war trotzdem schön und wir lassen ihn gemütlich ausklingen – mit Blick auf den Geier, der über unserem Motel kreiste. Faszinierend. Und auch ein bisschen gruselig. Ein Angestellter bemerkte unsere Verwunderung und erklärte uns, dass in der Nähe viele Greifvögel nisten. Wieder wurde dazu gelernt.

© 2026 Silke & Thomas Geipel – Alle Rechte vorbehalten

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.