Unvergessliche Sightseeing-Tour in San Francisco

9. Mai 2026

Damit haben wir nicht gerechnet!

San Francisco  was für eine Stadt!

 

Zugegeben, der erste Tag lief etwas anders. Unser Ausflug auf den Flugzeugträger fiel aus. Auf der anderen Seite der Bay gab es wohl eine Schiesserei und unser netter Mensch an der Rezeption hat uns abgeraten, momentan dorthin zu fahren. „Not a safe space at this time“ war seine Aussage. Vor allem, weil wir ohne Auto unterwegs sind. George hat 4 Tage Auszeit verdient, hat er uns gestern doch nach genau 2591km sicher hergebracht. Sicherheit geht vor. Das Geld für den Eintritt auf die USS Hornet haben wir übrigens anstandlos zurück bekommen!

 

Apropos ohne Auto unterwegs: San Francisco kann man wunderbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden! Wir haben uns eine 3-Tage-Fahrkarte gegönnt. Inklusive Cable Car. Das Ganze hat uns 35$ pro Person gekostet. Allein eine Fahrt mit der Cable Car kostet schon 8 oder 9$. Dazu haben wir die MUNI-App, genutzt, das ist die offizielle App der kommunalen Nahverkehrsbetriebe von San Francisco und die betreibt das gesamte Verkehrsnetz. Kann man in jedem App-Store herunterladen und dann schauen, welche Fahrkarten für einen in Frage kommen. Welche Linien wir nehmen müssen, haben wir mit Google Maps herausgefunden, aber auch das geht in der App. Das Verkehrsnetz in San Francisco ist wirklich super übersichtlich und organisiert, unsere "Heimhaltestelle" lag tatsächlich keine 5 Minuten zu Fuß von unserem Hotel entfernt.

 

Wir machen uns auf zum Golden Gate Park, quasi das Pendant zum Central Park in NYC. Schön ist es, groß ist es. Und ein Parkhaus unter einem Park haben wir so auch noch nicht entdeckt. Aber das brauchen wir nicht. Selbst wenn wir nicht durch den Park laufen wollen würden, man könnte auch in eines der kostenlosen Shuttles steigen, die hier im Park verkehren. 

 

Im Park findet gerade ein Charity-Lauf statt, wir sehen dem Treiben ein wenig zu, während wir das suchen, was uns eigentlich hierher gelockt hat. Wir hatten das in einem Video von zwei Schweizern gesehen. Ein schöner großer Pavillion, den wir einfach in den Golden Gate Park verfrachtet haben. Zumindest gedanklich, denn wenn wir ehrlich sind: natürlich haben wir uns für San Francisco so einiges notiert, was wir sehen wollen, Wenn man zum ersten Mal in einer so großen Stadt ist, dann sind das natürlich die wahrscheinlich bekanntesten Touristenattraktionen. So ganz kommen wir am Mainstream leider auch nicht vorbei… 

Und irgendwie haben wir da was in unserem Enthusiasmus heute morgen etwas durcheinander gebracht, denn unser Objekt der Begierde steht hier gar nicht, sondern am Rande des Presidio unten am Meer. Aber uns ist das egal. Denn so haben wir etwas erkundet, was wir ehrlich gesagt nicht wirklich auf unserer To-do-Liste stehen hatten. Für diesen Park braucht man schon einige Stunden, wenn man viel sehen will. Und deshalb hatten wir den Park gar nicht so wirklich auf dem Plan, weil wir unsere Zeit anderweitig verbringen wollten. Unterm Strich ist das hier gerade geschenkte Zeit, denn eigentlich wären wir ja jetzt auf dem Flugzeugträger.  

Der Park ist riesig, wirklich schön und in verschiedenste Abschnitte aufgeteilt, die teilweise Eintritt kosten. Und im Übrigen sind wir hier an der tatsächlich südlichsten Stelle unserer Reise angelangt. 

Nachdem wir unseren Irrtum bemerkt haben, bummeln wir einmal quer durch den Park zur nächsten Bushaltestelle, und nehmen den Bus zu unserem „Pavillion“. 

 

Wenn wir in einer fremden Stadt mit den Öffentlichen unterwegs sind, schauen wir eigentlich nur danach, welche Linie wir von A bis B nehmen müssen. Dazwischen…freuen wir uns über alles, was wir zufällig entdecken. Dass unser Bus dann auch noch direkt an der Golden Gate Bridge hält, war dann für uns eine schöne Überraschung. Natürlich steigen wir aus, zur Brücke wollten wir heute sowieso. Und sie liegt wieder in hellem Sonnenschien, das ein oder andere Wölkchen und ein wenig Nebel zieht ab und an mal darüber hinweg. Aber ansonsten haben wir wieder genau so viel Glück wie gestern und haben somit schon den zweiten Tag freie Sicht auf dieses faszinierende Bauwerk. 

 

Und obwohl die Sonne scheint, bläst uns ein eiskalter Wind um die Ohren. Kein Sturm, aber eine ständige Brise. Das ist also das typische San Francisco Wetter. Wir frieren uns in Shorts und T-Shirt mächtig einen ab. Und wir wollen noch auf die Brücke. Oder besser drüber, und zwar zu Fuss. Da ist der Wind noch ein wenig stärker.Wir besuchen also zuerst einmal das Visitor Center um uns aufzuwärmen. Ok, eigentlich ist es eher ein Souvenirladen, und wir erstehen unser erstes Souvenir in Frisco: zwei Jacken! Übrigens befinden wir uns hier schon in der Golden Gate National Recreation Area. Eine Recreation Area ist sowas wie ein Naturschutzgebiet, das zur Erholung und Freizeitgestaltung der Menchen dient. Einfach und kurz erklärt. Davon gibt es ganz ganz viele in den USA, und Golden Gate ist ist wegen der Größe eine der größten Areas derWelt. 

Bevor wir den Marsch über die Brücke wagen, versorgen wir uns im Roundhouse mit den besten Croissants ever, Pistacchio/Hazelnut. Da kann jeder französische Bäcker gepflegt einpacken. Der Kaffee dazu war mindestens genauso gut, der Spass war nicht einmal besonders teuer. Für kalifornische Verhältnisse. Und frisch gestärkt geht es auf die Golden Gate Bridge. Wenn ich ehrlich bin ein sehr zweifelhaftes Vergnügen. Denn hier teilen sich Fussgänger und Radfahrer den schmalen Streifen neben der Fahrspur. Theoretisch gibt es eine Trennlinie. Und eine Geschwindigkeitsbeschränkung. Manche Radfahrer halten sich auch daran. Aber die, die ein Rennrad unter dem Allerwertesten haben, benehmen sich wie „Kings of the Road“. Männlein wie Weiblein. In einem Affenzahn rasen die im Zickzak durch die Fussgänger und andere Radfahrer, um sich dann gekünstelt darüber aufzuregen, daß ein Fussgänger es wagt, seinen Ride auszubremsen. Unmöglich. Aber…typisch Rennradfahrer. Das Gebaren ist also ein weltweites Phänomen, nicht nur in Europa…

 

Für mich ist der Spaziergang schnell beendet. Leider hat man nicht wie auf der Brooklyn Bridge die Möglichkeit schön mittig zu laufen. Und da man unwillkürlich einen Blick zur Seite macht….Jepp, sehr schön und auch sehr hoch! Bevor mich meine Höhenangst wie auf dem Empire State Building lähmt, trete ich dann lieber langsam aber stetig den Rückzug an. Blöderweise schwingt diese Brücke auch noch, das merke ich, als ich kurz anhalten und einen dieser Radrowdys vorbeilassen muss, bevor sie mich über den Haufen fährt. Tief durchatmen, und weiter gehts. Geschafft. Auf sicherem Boden warte ich auf Thomas, der einmal hin und zurück wollte. Und sehr schnell wieder vor mir steht. Bis zum ersten Pylonen ist er gekommen, aber auch er dreht um, weil die Radfahrer immer rücksichtsloser werden. 

 

Wir machen noch ein paar Fotos, und dann beschliessen wir, ein Stück am Strand entlang zu laufen. Naja nicht ganz, aber ein schöner Park führt vom Golden Gate rüber zu unserem „Pavillion“, den wir von hier sehen können. Mittlerweile hat der Wind nachgelassen und es ist richtig warm. Der Park ist das Presidio of San Francisco , ein ehemaliger Militärstützpunkt und heute ein schöner Park mit historischen Gebäuden aus über 200 Jahren Militärgeschichte. Das rund 600 Hektar große Gelände liegt direkt an der Bucht mit tollen Wander- und Radwegen entlang der Küste. Grünflächen, Aussichtspunkte und Picknickbereiche runden das Ganze ab. Wir sind echt froh, daß wir nicht den Bus genommen haben und nach einer guten Stunde sind wir an unserem „Pavillion“ angekommen. Und der entpuppt sich als „Palace of Fine Arts“. Wahnsinn! Also mit Kunst haben wir nicht wirklich was am Hut. Aber hier haben wir das Gefühl, irgendwo im alten Rom gelandet zu sein. Und das Mitten in San Francisco!

 

Der Palace of Fine Arts ist eines der bekanntesten Wahrzeichen von San Francisco und wurde ursprünglich für die Panama-Pacific International Exposition im Jahr 1915 erbaut. Unser „Pavillion“ ist eine wirklich beeindruckende Rotunde und die Säulen erinnern an antike römische und griechische Bauwerke. Eigentlich war das Bauwerk nur als temporäre Ausstellung gedacht, wurde aber aufgrund seiner Beliebtheit erhalten und später vollständig restauriert. Vo dem Gebäude liegt ein wunderschöner, kleiner See mit Schwänen, Enten und einem tollen Blick auf die Architektur. Das haut selbst uns vom Hocker. Der  "Palace of Fine Arts" ist einer der beliebtesten Foto-Spots in San Francisco, das wussten wir vorher natürlich nicht. So intensiv hatten wir uns damit nicht beschäftigt. Und entsprechend voll ist es natürlich. Aber trotzdem ist es hier irgendwie ruhig, eine besondere Atmosphäre. 
Der Besuch ist übrigens kostenlos und gehört für uns zu den schönsten Orten in San Francisco. Damit haben wir nicht gerechnet.

 

Wir laufen noch ein wenig durch die Neighborhood Richtung der nächsten Bushaltestelle. Schöne gepflegte Häuser stehen hier, so langsam verstehen wir, daß San Francisco zu den lebenswertesten Städten überhaupt gehört. Viele dieser typischen Stadthäuser, die man aus vielen Filmen kennt. Naja, leider ist ja auch hier die Erdbebengefahr nicht gerade gering, das erklärt die wenigen hohen Gebäude. Aber wir finden, daß gerade das den besonderen Flair in Frisco ausmacht.

 

Der Bus bringt uns runter zur Fishermans Wharf. DEM Hotspot hier in San Francisco. Natürlich super touristisch, aber wir haben das Gefühl, dass auch viele Einheimische hier unterwegs sind. Hier steppt der Bär. Ok, es ist Samstag, da wird das Wochenende einfach celebriert. Wir mögen das und uns macht es Spass, hier durchzuschlendern und die Atmosphäre aufzusaugen.

 

Bis uns der kleine Hunger überkommt. Auf Restaurants haben wir keine Lust, also geht's zu "In‘n Out". Hier hat man grundsätzlich das Gefühl, es gäbe morgen nichts mehr zu Essen. Die Läden sind immer rappelvoll, häufig auch lange Schlangen davor. Aber wir warten, denn es lohnt sich. Die Auswahl ist nicht riesig, aber es wird bei "In`n Out" wert auf frische Zubereitung gelegt, deshalb dauert es manchmal ein wenig. und wenn  man sich während der Warterei umsieht, merkt man, daß es eigentlich gar nicht so voll wäre, wenn die, die zur UNterstützung mit dabei sind, einfach draußen warten würden. Jepp, da bestellt ein Teenie einen Burger, 5 stehen drumrum und spielen auf ihren Smrtphones. Und schon ist der kleine Raum vor der Theke voller, wie er sein müsste. Naja, ist in Deutschland ja auch nicht anders.

Irgendwann sind auch unsere Burger und Fries fertig und wir nehmen unser Tablet, und setzen uns in den kleinen Hinterhof, wo es genug Sitzmöglichkeiten gibt. Und obwohl es recht voll ist, ist die Lärmbelästigung erträglich. 

 

Wir schlendern langsam Richtung Pier 39, eine der bekanntesten Ausflugsziele an der Uferpromenade von San Francisco, direkt im Viertel Fisherman's Wharf. Der Pier wurde 1978 eröffnet und wurde schnell zu einer der meistbesuchten Attraktionen der gesamten Westküste. Es gibt hier über 100 Geschäfte, Restaurants und Attraktionen, das "Aquarium of the Bay" mit Meeresbewohnern der San Francisco Bay, Straßenkünstler, Live-Unterhaltung...wir sind erst einmal ziemlich erschlagen von den ganzen Eindrücken. Bisher kannten wir nur den Santa Monica Pier, der ist dagegen wirklich klein und überschaubar. Wahnsinn!

 

Am Pier 39 leben auch die berühmten Kalifornischen Seelöwen. Nach dem Erdbeben von 1989 suchten sie sich die schwimmenden Holzstege am K-Dock als neuen Ruheplatz aus. Anfang 1990 hatten sich bereits mehrere Hundert Tiere angesiedelt , heute gehören sie fest zum Stadtbild. Je nach Jahreszeit leben dort einige Hundert bis über 2.000 Seelöwen! Und ganz ehrlich, wir werden nicht müde, den Tieren zuzusehen. Ok, es müffelt. Aber das riecht man nach ein paar Minuten nicht mehr. Und wenn man endlich einen guten Platz erobert hat, merkt man gar nicht, wie die Zeit verfliegt.

 

Ein wenig Shopping darf es noch sein, "Bubba Gump" und "Hardrock" sind für uns Pflichtprogramm und natürlich auch im Pier 39 zu finden. Ein leckeres Eis auf die Hand und dann stellen wir fest, wie spät es schon geworden ist. Und nach über 12 Kilometern zu Fuss auch ein bißchen müde, daß muss ich zugeben. 

Wir laufen noch zur nächsten Bushaltestelle und keine halbe Stunde später sind wir schon wieder in unserem Hotel. Und total geflasht von dieser wunderschönen Stadt. Dabei haben wir noch lange nicht alles gesehen. Wir freuen uns auf morgen, da geht unsere Entdeckungsreise weiter.

San Francisco hat unser Herz erobert und ist von Null direkt auf Platz 2 gelandet. Nach NYC.

 

 

 

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