Route 66 - die Reise unseres Lebens
Heute geht es nach Oklahoma
Wir fahren früh in Baxter Springs los. Ein wirklich kleines, verschlafenes Städtchen. Vor uns liegt eine relativ kurze Etappe von gut 120 Meilen.
Da wir wieder einmal sehr früh unterwegs sind, können wir in Miami das Coleman Theater nur von außen betrachten. Aber trotzdem sehr sehenswert.
Es geht weiter durch Orte wie Afton und Vinita. Alles ziemlich einsam. In Vinita hatten wir dann eine kurze Schrecksekunde. Wir hielten an einem Parkplatz, um mal wieder alte Autos zu fotografieren. Ich blieb am Wagen stehen, als plötzlich ein Typ aus dem Nichts auftaucht und sich langsam aber zielstrebig auf mich zubewegt. Mir wird es richtig gruselig und ich flüchte mich in den sicheren Innenraum von Mr Capone, veriiegle alles. Der Typ bleibt vor mir stehen, ich kann nichtmal erkennen, ob er mich anstarrt, denn er hat die Kapuze seines Sweatshirts tief ins Gesicht gezogen. Thomas brüllt ein lautes "Hey!" quer über den Parkplatz und der Typ verschwindet... Irgnedwie musste ich in dem Moment an Michael myers denken. Aber wir sind direkt gefahren und heute ist es nur noch eine gruselige Erinnerung.
Bei Chelsea dann ein Halt an der Pryor Creek Bridge, eine alte Fachwerkbrücke, über die damals die Route 66 ging. Heute noch befahrbar. Natürlich fahren auch wir drüber bevor es ein wenig abseits der Route 66 zum Ed Galloway Totem Pole Park geht.
Hier stehen einige Totempfähle und der Größte der Welt. Sehenswert auf jeden Fall und ein guter Grund, sich die Füsse zu vertreten. Die Straßen werden hier in Oklahoma zwar nicht länger, aber es kommt schon ein wenig so vor. Denn im Gegensatz zu Illinois und Missouri liegt hier nicht mehr viel am Rande der Route 66, was zum Anhalten einlädt. Aber auf jeden Fall unser naächster Stoop!
Wir fahren nach Catoosa zum blauen Wal!
Die Geschichte dahinter: 1972 baute Hugh Davis den Blue Whale of Catoosa für seine Frau als Geschenk zu ihrem 34. Hochzeitstag. Der Wal mit dem hübschen Lächeln wurde BLUE getauft.
Ein wirklicher hübscher Ort, und natürlich machen wir hier einen längeren Stopp. Und nachdem wir ausgiebig den Wal und den Teich erkundet und bewundert haben, gibt es ein kleines Pickick mit kühlen Getränken aus dem Shop. Es ist ziemlikch schwül geworden...
Über Catoosa fahren wir weiter Richtung Tulsa. Aber mehr an Tulsa vorbei, denn die Route 66 führt hier erst später komplett durch.
Sogar eine Feuerwache gibt es an der Route 66, die einzige von 30 in Tulsa, die direkt an der Route 66 liegt. Hier holen wir uns einen Stempel für unseren Passport und werden unheimlich freundlich begrüsst und mit vielen Ratschlägen für unsere weitere Reise versorgt. Man hat hier einen Stempelkasten für die Route-66-Reisenden aufgestellt, für den Fall, dass mal niemand da ist – denn die Feuerwache ist aktiv und nicht nur eine Sehenswürdigkeit!
Wir kommen weiter rein nach Tulsa – und sind ein wenig überfordert. Jederfalls führt eine riesige Baustelle genau über die Route 66. und was machen baustellen in der Regel? genau! Chaos! Ein wenig haben wir aber dann noch sehen können, mehr oder weniger zufällig, als wir schon nach Sand Springs unterwegs waren. Auch nach Tulsa müssen wir wohl nochmal hin. Aber es gibt ja bekanntlich schlimmeres, als durch dieses wunderschöne Amerika zu reisen.
Wir decken uns mit Lebensmitteln für die nächsten Tage ein und dann geht es auf zu unserer Unterkunft. Eine ganz besondere: eine Ranch!
Wir gönnen uns eine ganz besondere Auszeit unserer Reise: 2 Nächte auf der Meadowlake Ranch in Oklahoma.
Wir haben eine wunderschön eingerichtete Holzhütte an einem See bezogen, und haben 2 Tage wunderbar ausgespannt. Das Wetter war nicht durchgehend perfekt, aber das interessiert uns nicht an einem so wunderschönen Ort.
Ursprünglich hatte ich den Ranch-Besuch bereits 2019 als Überraschung zu Thomas 50. Geburtstag gebucht. Tom und Suzy, die Besitzer, haben die Buchung für uns aufrecht erhalten, bis wir endlich in die USA reisen konnten. Wir wurden so herzlich begrüsst wie alte Freunde oder Familienmitglieder. Wir hatten ein kleines Cowboy-Programm gebucht und Tom hat uns alles gezeigt und erklärt, was man so als Cowboy wissen und können sollte. Sogar einen professionellen Roper, einen Lassowerfer (um es mal einfach auszudrücken) hat er kommen lassen. Wir können nur sagen: Hut ab vor dieser Kunst!
Wir haben ein sehr exklusive Führung über die gesamte Ranch bekommen, auch nicht selbstverständlich. Und wir müssen sagen: die Meadowlake Ranch ist ein kleines Paradies, in dem viel Arbeit steckt, aber auch mindestens genauso viel Liebe.